Jahresbericht 2020

(Auszug)

Editorial

Selbstverständlich war die Corona-Pandemie sowohl in unseren Partnerländern als auch im Ökumenischen Büro das zentrale Thema im Jahr 2020. Und natürlich waren die Menschen in Mexiko, Zentralamerika und Kolumbien, also in Ländern mit defizitären Gesundheitssystemen, viel stärker betroffen als wir in Europa. Besonders für die Ärmeren, die ihr Leben im informellen Sektor verdienen, war ein Selbstschutz zum Beispiel durch Zuhausebleiben unmöglich. Die Länder reagierten sehr unterschiedlich. Während die Regierung von Nicaragua relativ wenige Anstrengungen unternahm, das öffentliche Leben des Landes einzuschränken, wurde die Begrenzung der Bewegungsfreiheit der Menschen in El Salvador mit einer zum Teil massiven Militärpräsenz durchgesetzt. Was dieses verschiedene Vorgehen den Menschen gebracht hat, ist schwer zu beurteilen. Im Ökumenischen Büro hieß es vor allem, zusammen mit unseren Partnerorganisationen den Kontakt ohne direkten Austausch so lebendig wie bisher zu erhalten. Inwiefern uns der gemeinsame Aufbruch ins Virtuelle gelungen ist, das versuchen wir Ihnen/Euch, liebe Leser*innen, auf den folgenden Seiten zu zeigen.

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El Salvador

Das Jahr 2020 war für El Salvador kein leichtes. Neben der Corona-Pandemie bereitet der immer offener zutage tretende Autoritarismus des Präsidenten Nayib Bukele Sorgen. Zwar sind die sozialen Bewegungen weiterhin an vielen Fronten aktiv und konnten auch zum Teil kleine Erfolge erzielen. Ob es der linken Partei sowie den anderen oppositionellen Parteien allerdings gelingt, bei den kommenden Parlaments- und Kommunalwahlen der Bewegung des Präsidenten etwas entgegenzusetzen, bleibt abzuwarten.

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Honduras

Der Kollaps des ausgeplünderten Gesundheitswesens durch die COVID- und Dengue-Pandemie, eine Wasser- und eine Hungerkrise, die Folgen zweier verheerender Tropenstürme und ein autokratisches Regime, das sich auf das im Zeichen des Ausnahmezustandes weiter erstarkende Militär stützt, kennzeichneten Honduras im Vor-Wahljahr 2020. Während Korruptionsskandale boomten und einige neue Anklagen in den USA gegen hohe honduranische Funktionäre wegen Drogenhandels kurzfristig für Schlagzeilen sorgten, bezahlten die verarmte Bevölkerung und widerständige soziale Bewegungen erneut einen hohen Preis.

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Kolumbien

Trotz Fortschritten bei der Arbeit der eigens für den Friedensprozess eingerichteten Übergangsjustiz, stiegen die Gewalt und die Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien weiter. Das Land erlebte eine erneute Eskalation der Konflikte, wie sie zuletzt in den 80er und 90er Jahren zu beobachten gewesen war. Der Mangel an politischem Willen der Regierung, Korruption und der Krieg um Ressourcen ließen nicht zu, dass der Frieden seinen Raum fand. Die Natur und die Umwelt wurden ebenfalls stark belastet. Zusätzlich erschwerte die Pandemie die Lage erheblich und machte die Ungleichheiten im Land noch sichtbarer.

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Mexiko

Im Jahr 2020 haben wir die Menschenrechtssituation in Mexiko weiterverfolgt. Die Gesamtbilanz ist nicht ermutigend. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Bereitschaft der Regierung AMLOS gegen Korruption und Straflosigkeit vorzugehen. Ein Beispiel dafür ist die Einrichtung der Wahrheitskomission, die sich mit Fällen von gewaltsamen Verschwindenlassen befasst.

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Nicaragua

Zwei Themen beherrschten das Jahr 2020 in Nicaragua: Die Folgen der Pandemie COVID-19 und der beiden Hurrikane ETA und IOTA sowie die Wahlen im November 2021. Die Regierung bereitete sich auf diese Wahlen vor, indem sie die seit den Protesten 2018 ausgeübte Repression weiter verstärkte. Mit einer Reihe neuer Gesetze hofft sie, Kritik endgültig zum Verstummen zu bringen. Die politische Opposition setzt darauf, dass internationaler Druck die Regierung zu Wahlreformen zwingen wird und hofft dann, mit einer nationalen Koalition, die Regierung Ortega-Murillo besiegen zu können. Bisher sieht es aber so aus, als ob eine Vereinigung aller oppositionellen Kräfte kläglich scheitern wird.

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Unsere Radio-Produktion 2020

Radio war auch 2020 eine gute Ressource, um über unsere Arbeit zu berichten, Informationen über die Menschenrechtssituation in den Ländern, zu denen wir arbeiten, mitzuteilen und vor allem, um die Stimmen von Aktivist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und lokalen Basisorganisationen in El Salvador, Honduras, Nicaragua, Mexiko und Kolumbien hier hörbar zumachen.

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