Privatstädte ZEDE

Beiträge zu dem Thema Sonderzone für Beschäftigung und Ökonomische Entwicklung „Zona Especial de Empleo y Desarrollo Económico“ (ZEDE)

Jahrelang leisteten soziale Organisationen in Honduras massiv Widerstand gegen die ZEDE
Jahrelang leisteten soziale Organisationen in Honduras massiv Widerstand gegen die ZEDE, Quelle: @MovAmplioHn

Honduras bremst Privatstädte aus

25.04.2022 10:28

Kongress annulliert einstimmig Gesetz über Sonderzonen für Arbeit und Entwicklung. ZEDE Próspera beansprucht 50-jährigen Bestandsschutz und droht mit internationalem Schiedsverfahren

Von Andrea Lammers
amerika21

Tegucigalpa. Die Träume libertärer internationaler Investor:innen, staatsfreie Privatstädte aufzubauen, haben in Honduras einen herben Rückschlag erfahren. Alle 128 Abgeordneten des Kongresses beschlossen das 2013 unter der Regierung von Juan Orlando Hernández (JOH) verabschiedete Gesetz über die Sonderzonen für Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung (ZEDE) aufzuheben.

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ZEDE in Honduras: „Wenn der Baum verrottet ist, sind auch die Früchte verdorben“

Dokumentation über Privatstädte (ZEDE) in Honduras

Autor & Regisseur: Dassaev Aguilar

Dort, wo in Honduras private extraterritoriale Sonderentwicklungszonen (ZEDEs) geplant und gebaut werden, fürchten die Menschen Vertreibung. Der Filmemacher Dassaev Aguilar hat die Orte besucht, an denen die ZEDE Próspera und die ZEDE Morazán entstehen. Er hat deren Betreiber interviewt, mit Einwohner*innen der betroffenen Gemeinden gesprochen und die Protestbewegung gegen die ZEDE porträtiert. In der 43-minütigen Dokumentation wird deutlich: Auch wenn die ZEDE ein relativ neues rechtliches Konstrukt sind, reichen das Phänomen der Vertreibung für private Investorenprojekte und der Widerstand dagegen schon sehr lange zurück.

Hier geht’s zur spanischen Version mit deutschen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=pmRZxYIoI2g


Filmgespräch und Diskussion am 21.Dezember 2021 mit honduranischen Expert*innen über die Zukunft der ZEDE in Honduras

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Ideologien und Netzwerke der Privatstadt-Lobby

„Die Vertreter dieser Denkrichtungen nennen sich selbst Libertarians oder Anarchokapitalisten. Ich halte das für den falschen Begriff, weil sie eben nicht für Freiheit sind. Sie wollen die Freiheit einschränken bzw. sie wollen nur für sich selbst Freiheit, Freiheit für die Reichen. Ein besserer Begriff wäre Proprietaristen, denn sie sind Eigentums-Fanatiker“, sagt der Soziologe Andreas Kemper in seinem Vortrag im November 2021 über die Verfechter von Privatstädten.

Vortrag von Andreas Kemper vom 13.November 2021 anlässlich des Online-Seminars „Honduras: Privatstädte und ,libertäre' Netzwerke: Entwicklungschancen für wen?“

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Libertäre Dystopien gegen das Leben

Von Jessica Fernandez Norales und Randolfo Garcia

Die Garífuna sind ein Volk mit indigenen (Arawak) und afrikanischen Ursprüngen.(1) Sie leben seit 1797 in der mittelamerikanischen Karibik, nachdem sie im 16. und 17. Jahrhundert für ihre Territorien auf der Insel St. Vincent auf den Kleinen Antillen gekämpft hatten. Dort widerstanden unsere Vorfahren etwa zwei Jahrhunderte lang der versuchten Enteignung durch das englische und französische Imperium. Daher ist das Volk der Garífuna seit Beginn seiner Geschichte durch Widerstand, Überleben und Kampf gegen strukturellen und institutionellen Rassismus und seine verschiedenen Erscheinungsformen gekennzeichnet; Die Garífuna kämpften stets für das Recht auf Land, die Bewahrung und Anerkennung der kulturellen Identität sowie für die Durchsetzung von Rechten - zunächst gegen die europäische Kolonialisierung in der Karibik, dann gegen die Politik des Landraubs durch den honduranischen Staat sowie in- und ausländische Investor*innen.

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Offener Brief zum Besuch des deutschen Botschafters bei ZEDE Próspera am 28.7.2021

06.08.2021 16:14

Carta abierta sobre la visita del embajador de Alemania en Honduras a la ZEDE Próspera

Herrn Botschafter Jens Janik,
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Honduras
Tegucigalpa, Honduras

München/Berlin, 6. August 2021

Sehr geehrter Herr Botschafter,

wir schreiben Ihnen in Bezug auf Ihren Besuch bei der ZEDE Próspera auf Roatán am 28. Juli 2021. Ziel Ihres Besuchs war es laut der entsprechenden Veröffentlichung auf dem offiziellen Twitter-Account der Deutschen Botschaft, "sich ein umfassendes und eigenes Bild über ein sehr wichtiges Thema wie #ZEDEs zu machen".

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Unternehmen der TU München verlässt ZEDE-Próspera in Honduras

17.03.2021 13:21

München (ökubüro - 17.März 2021) TUM International, ein Tochterunternehmen der Technischen Universität München kooperiert nicht mehr mit dem umstrittenen Projekt der „Privatstadt“ ZEDE Próspera in Honduras. „Die TUM International GmbH zieht sich grundsätzlich aus Projekten zurück, wenn es wie in diesem Fall Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen gibt,“ schrieb das Unternehmen am 16.März 2021 auf Anfrage des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit in München.

Comunicado de Prensa en español

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BUKO Seminar Charter-Cities ZEDE Honduras

Unser von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördertes Seminar für die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) am 28.11.2020 erläuterte den internationalen Kontext der Charter oder Start Up Cities, verdeutlichte die bisher in der deutschen Öffentlichkeit kaum bekannten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der honduranischen ZEDE und informierte über die Situation auf Roatán, wo sich breiter Widerstand gegen die ZEDE Próspera formiert.

Hier die Dokumentation:

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