Jahresbericht 2017

(Auszüge)

Editorial

Wenn man das Jahr 2017 mit einem Wort charakterisieren will, passt vielleicht am besten das Wort Umbruch. Umbruch gab es nicht nur bei uns im Ökumenischen Büro, wo es wieder einige Wechsel im Team gab, sondern viel gravierender war der allgemeine politische Umbruch in unseren Partnerländern: In Mexiko und Kolumbien, in denen man sich auf die Präsidentschaftswahlen 2018 vorbereitet und vor allem in Honduras, das nach dem Wahlbetrug von 2017 gerade die größte politische Krise seit dem Putsch 2009 durchmacht. Dazu herrscht in allen Ländern eine große Unsicherheit, was für Konsequenzen die unberechenbare Politik der US-Regierung unter Donald Trump in Zukunft haben wird. Die gravierendste Veränderung für uns im Ökumenischen Büro war aber der Tod unseres langjährigen ehrenamtlichen Mitglieds Klaus Pinzek. Mit all dem beschäftigt sich dieser Jahresbericht 2017.

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Homage an Daniel Tapia

2017 ist Daniel Tapia aus dem Ökumenischen Büro ausgeschieden. Mehr als zwölf Jahre hat er sich hauptamtlich für Mexiko, und dabei besonders für Menschenrechte engagiert. Mit seiner Arbeit hat er gezeigt, dass dabei auch die vielen Facetten der Kultur Mexikos lebendig werden können und das ist ihm gut gelungen.

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Mexiko

Das letzte Jahr des Mandats des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto hat einen schlechten Saldo hinterlassen: Korruptionsskandale, zunehmende Gewalt und autoritäre neue Gesetze. Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen wurden ständig bedroht, ausspioniert und sogar ermordet. Dank der mexikanischen Zivilgesellschaft und der sozialen Bewegungen wurden in Mexiko zwei Gesetze gegen Folter und gegen das gewaltsame Verschwindenlassen verabschiedet. Das Ökumenische Büro begleitete Familienangehörige und Vertreter*innen von mexikanischen Organisationen, um es ihnen zu ermöglichen, ihre Forderungen an die mexikanische Regierung im europäischen Raum zu äußern.

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Honduras

Das Wahljahr 2017 endete in Honduras mit der größten politischen Krise des Landes seit dem zivilmilitärischen Putsch des Jahres 2009: Auf die verfassungswidrige Wiederkandidatur des bis dahin amtierenden Präsidenten Juan Orlando Hernández (JOH) folgte in den Tagen nach dem 26. November 2017 ein manifester Wahlbetrug zugunsten von JOH. Dagegen gingen die Mitte-Links-„Oppositionsallianz gegen die Diktatur“ und weite Kreise der Bevölkerung tausendfach auf die Barrikaden. Das Regime verhängte den Ausnahmezustand und versuchte die Proteste mit tödlicher Repression niederzuschlagen.

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Kolumbien

Das Jahr 2017 wurde sowohl von der Umsetzung der Friedensverträge zwischen der kolumbianischen Regierung und den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC, Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) geprägt als auch vom Beginn des Wahlkampfes um die Präsidentschaft und um den Senat. All dies führte zu einer Spaltung des kolumbianischen Volkes und brachte gesellschaftliche Auswirkungen mit sich, die vor allem für die gefährdetsten Personengruppen negative Folgen haben.

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El Salvador

Das Jahr 2017 gestaltete sich wieder einmal zwiespältig für El Salvador. Das Verbot von metallischem Bergbau ist zweifelsohne ein großer Erfolg der sozialen Bewegungen. Andererseits lässt das ebenfalls lang geforderte allgemeine Wassergesetz weiterhin auf sich warten. Hoffnung macht, dass sich nun endlich 17 ehemalige Militärs für das Massaker von El Mozote vor Gericht verantworten müssen. Auf der anderen Seite schwebt Trumps Migrationspolitik wie ein Damoklesschwert über dem mittelamerikanischen Land. Es bleibt abzuwarten, was der Ausschluss des beliebten Bürgermeisters von San Salvador, Nayib Bukele, aus der FMLN für die Zukunft der Partei und des gesamten politischen Systems bedeutet.

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Nicaragua

Die nicaraguanische Regierung unter Daniel Ortega wird mit dem vergangenen Jahr zufrieden gewesen sein. Es brachte der Partei FSLN einen hohen Sieg bei den Gemeindewahlen. Die Bevölkerung ist zum großen Teil zufrieden, vor allem mit der wirtschaftlichen Situation. Aber gerade in der Wirtschaft drohen Gefahren von außen. Der wichtigste Partner Venezuela kämpft mit enormen Problemen und die USA drohen mit Sanktionen. Dazu verdichten sich die Anzeichen, dass der Traum vom interozeanischen Kanal sich als Schimäre entpuppen könnte.

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Solidaritätsreise

Wie alle zwei Jahre fand im August 2017 wieder eine vierwöchige Solidaritätsreise nach Mittelamerika statt. Diese erfolgte auch in diesem Jahr in Kooperation mit dem Informationsbüro Nicaragua aus Wuppertal. Während in den vergangenen Jahren allein Nicaragua auf dem Programm gestanden hatte, reiste dieses Jahr die sechsköpfige Gruppe auch zehn Tage nach El Salvador. War bisher meist ein konkretes Bauprojekt realisiert worden, so standen 2017 Bildungsfragen und Fragen zur Lebenssituation der Bevölkerung im Vordergrund.

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