Alle Nachrichten

Von Sonja Gerth
amerika21

Mexiko-Stadt. Nach den brutalen Morden an einer jungen Frau und einem Mädchen in Mexiko-Stadt wird im Land intensiv über Gewalt an Frauen und Auswege aus der Krise diskutiert. Präsident Andrés Manuel López Obrador (Amlo) steht wegen seiner oberflächlichen Kommentare weiterhin in der Kritik.

Die Gouverneurin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, gab am Mittwochabend bekannt, dass die mutmaßlichen Mörder der siebenjährigen Fátima gefasst wurden. Das Paar, das angeblich die Familie des Opfers gekannt haben soll, wurde bei einem Einsatz der Nationalgarde im Bundesstaat Mexiko verhaftet. Mit dieser Nachricht konnte sie den Zorn der Feministinnen auf die Landes- und Bundesregierung allerdings kaum abschwächen.


Auf Befehl des Präsidenten Nayib Bukele besetzten vergangen Sonntag dutzende Soldaten das Parlamentsgebäude der Hauptstadt El Salvadors. Hintergrund ist ein Streit um die Genehmigung von 109 Millionen Dollar zur Finanzierung der repressiven Sicherheitspolitik. Im Haushalt 2020 ist bereits eine dramatische Steigerung der Ausgaben für innere Sicherheit vorgesehen. Die Abgeordneten verweigern dem Präsidenten bislang jedoch die zusätzlichen Mittel, für den Kauf von Schutzwesten, Drohnen und Hubschraubern. Bukele selbst besitzt keine eigene Mehrheit im Parlament.


Foto: Paola Flores. Quelle: Asoc. Arcoíris de Honduras

Ökubüro München solidarisiert sich mit Asociación LGBT Arcoíris de Honduras und den Trans*Aktivistinnen Paola Flores und Michelle Díaz

(oeku-buero 24. Januar 2020). Das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. solidarisiert sich mit den Trans*-Aktivistinnen Paola Flores und Michelle Díaz, auf die am 20. Januar 2020 ein Attentat verübt wurde und fordert sofortige Ermittlungen gegen den bzw. die Täter sowie endlich effektiven Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen und besonders verletzbar gemachten Gruppen wie der Trans*Community.


"Nur die Verbrecher sind gegen die MACCIH": Proteste in Honduras gegen den Rauswurf der Untersuchungsmission
"Nur die Verbrecher sind gegen die MACCIH": Proteste in Honduras gegen den Rauswurf der Untersuchungsmission
Quelle: #maccih

Internationale Gruppe Maccih muss Arbeit einstellen. Aktivisten und Experten fürchten schwere Konsequenzen für Rechtsstaat

Von Andrea Lammers, amerika21

Tegucigalpa. Die Arbeit der Internationalen Unterstützungsmission gegen Korruption und Straflosigkeit in Honduras (Misión de Apoyo Contra la Corrupción y la Impunidad de Honduras, Maccih) endete am Sonntag, ohne dass sich die Regierung des mittelamerikanischen Landes und internationale Akteure über ein Fortbestehen einigen konnten. Die honduranische Regierung unter Präsident Juan Orlando Hérnandez wollte das Mandat der Mission nicht um weitere vier Jahre verlängern.


Afro- und indigene Gemeinschaften kämpfen in Honduras gemeinsam um ihr Land und Leben
Afro- und indigene Gemeinschaften kämpfen in Honduras gemeinsam um ihr Land und Leben Quelle: ofraneh

Erneut Morde an afro-indigenen Aktivisten. Gewalt gegen Bewohner von Masca soll im Zusammenhang mit geplanter Arbeits- und Wirtschaftszone stehen. Gesetzesprojekt "zur Befragung" umstritten

Von Daniela Dreißig
amerika21

Dublin/San Pedro Sula. Im neuen globalen Bericht der Organisation Frontline Defenders zur Situation der Menschenrechtsverteidiger sind 31 Morde an honduranischen Aktivisten dokumentiert. Demnach hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Das zentralamerikanische Land liegt damit weltweit an dritter Stelle nach Kolumbien und den Philippinen.


Stellungnahme des Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre

13. Januar 2020

  • Entscheidung von Siemens, am Adani-Kohleprojekt festzuhalten, gefährdet Klimaziele und zeigt exemplarisch Verwicklungen mit der fossilen Industrie
  • Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre fordert Investoren auf, auf der kommenden Hauptversammlung dem Siemens-Vorstand die Entlastung zu verweigern


Carlos Felipe Adarme Quinchua sollte von Bogota nach Düsseldorf fliegen.Er wollte Deutsch lernen und dann studieren. Leider konnte er diesen Flug nie erreichen.

Am 23. November 2019 wurden Felipe und sein Freund Marco Tulio Cortez von drei Polizisten der kolumbianischen Polizei gestoppt und Augenzeug*innen zufolge in einem schwarzen Toyota-Pickup 4.5 weggebracht. Ein Rucksack der beiden und das Motorrad mit Schlüssel wurden später an der Straße am Ort des Verschlepptwerdens gefunden.
Einer der drei Polizisten soll sich, nach der Rückkehr des schwarzen Toyota Pick-Up - ohne Carlos Felipe und Marco Tulio - nach El Bordo in der dortigen Polizeistation das Leben genommen haben.
Beobachter*innen vor Ort gehen davon aus, dass das gewaltsame Verschwindenlassen der beiden Aktivisten politische Gründe haben könnte und warnen vor einem Rückfall in die dunkelsten Zeiten schwerer Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien mit über 83.000 gewaltsam verschwundengelassenen Menschen.


Karte: Karawane "Toxi-Tour": Knapp 1.300 Kilometer und acht Tage Anschauungsunterricht zu den Umweltverbrechen transnationaler und mexikanischer Unternehmen
Karawane "Toxi-Tour": Knapp 1.300 Kilometer und acht Tage Anschauungsunterricht zu den Umweltverbrechen transnationaler und mexikanischer Unternehmen

Eine internationale Karawane tourte durch Mexikos "Umwelthöllen" und besuchte sechs Brennpunkte der Umweltzerstörung durch Konzerne

Von Peter Clausing
amerika21

El Salto et al. Vom 2. bis 11. Dezember ist eine internationale Bus-Karawane von El Salto im Bundesstaat Guadalajara bis nach Coatzacoalcos an der Golfküste in Veracruz gereist. Zu den über 30 Teilnehmern zählten Aktivisten aus Mexiko, Argentinien, Peru, der Europäischen Union und den USA, aber auch Wissenschaftler, eine US-amerikanische Senatorin, zwei EU-Parlamentarierinnen und ein Vertreter des baskischen Parlaments. Die Karwane suchte sechs Brennpunkte der Umweltzerstörung durch transnationale Unternehmen und ihre Auftragnehmer auf.


PRESSEMITTEILUNG

Stuttgart, den 09. Dezember 2019.

Anwälte und Menschen, die sich für die Menschenrechte engagieren, müssen in Mexiko nach wie vor um ihr Leben fürchten. Dem Staat gelingt es nicht, sie angemessen zu schützen. In der Mehrheit der Fälle stecken sogar staatliche Akteure hinter den Angriffen. Die Regierung unter Präsident López Obrador hat die Staatsanwaltschaft reformiert, aber die Aufklärung von Verbrechen verläuft immer noch schleppend. Zugleich sitzen viele Unschuldige nach wie vor im Gefängnis.

Carola Hausotter, Koordinatorin der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko, zeigt sich besorgt und fordert: „Die mexikanische Regierung muss dem Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen und der Aufklärung von Verbrechen größere Priorität einräumen. Nur so kann sich die Menschenrechtslage in Mexiko verbessern.“


Umweltaktivistin aus Honduras: Berta Cáceres Flores (1971-2016)
Umweltaktivistin aus Honduras: Berta Cáceres Flores (1971-2016),
Quelle: G. Trucchi/Rel-UITA

Von Andrea Lammers
amerika21

Tegucigalpa. In Honduras Hauptstadt Tegucigalpa hat ein Gericht unlängst das Strafmaß für vier bereits im Januar 2019 verurteilte Auftragskiller und zwei Mittelsmänner des Mordes an der honduranischen Menschenrechtsverteidigerin und Umweltaktivistin Berta Cáceres verkündet. Die Auftragsmörder erhielten 50 Jahre Gefängnis: 34 Jahre wegen der Erschießung von Berta Cáceres in der Nacht vom 2. zum 3. März 2016 und 16 Jahre wegen versuchten Mordes an dem mexikanischen Umweltaktivisten Gustavo Castro. Er übernachtete damals in Cáceres Privathaus in der Kleinstadt La Esperanza-Intibucá und kam verletzt mit dem Leben davon.


Das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. verurteilt den Angriff und fordert Konsequenzen – auch für die Arbeit der Polizei.

MÜNCHEN (oeku-buero – 28.11.2019). Sechs Teilnehmende eines internationalen Fachseminars wurden am vergangenen Freitagabend (22.November 2019) im Münchner Stadtteil Haidhausen von einer Gruppe von bis zu zehn Männern und einer Frau auf offener Straße geschlagen, an denen Haaren gerissen, bedroht und über eine halbe Stunde lang mit übelsten rassistischen, trans*feindlichen, sexistischen Beleidigungen und Verleumdungen konfrontiert. Unterstützer*innen, die zu Hilfe eilten, wurden ebenfalls bedroht und beschimpft.


Von Marta Andujo, amerika21, Caracas. Die Regierungen von Venezuela und El Salvador haben ihre Beziehungen abgebrochen und jeweils die diplomatischen Vertretungen der anderen Nation geschlossen. Zunächst kündigte der rechtsgerichtete salvadorianische Präsident Nayib Bukele an, alle venezolanischen Diplomaten des Landes zu verweisen.


Im Visier der US-Drogenbehörde und der Justiz: Tony Hernández (links) und sein Bruder Juan Orlando, amtierender Präsident von Honduas
Im Visier der US-Drogenbehörde und der Justiz: Tony Hernández (links) und sein Bruder Juan Orlando, amtierender Präsident von Honduas (Kollage)

Prozess gegen Bruder des Präsidenten in New York fortgesetzt. Belastende Zeugenaussagen. Drogengelder in Wahlkampagne. Juan Orlando Hernández dementiert
Von Thomas Raabe
amerika21

New York/Tegucigalpa. Der Prozess gegen Juan Antonio "Tony" Hernández, Bruder des honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández, ist am Dienstag vor einem New Yorker Bundesgericht fortgesetzt worden.


Der Aktivist der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit in Honduras, Milgen Idán Soto Ávila, wurde ermordet
Der Aktivist der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit in Honduras, Milgen Idán Soto Ávila, wurde ermordet
Quelle: madj

Von Thomas Raabe
amerika21

San Francisco de Locomapa, Honduras. Der seit dem 23. September vermisste honduranische Umweltaktivist Milgen Idán Soto Ávila ist am vergangenen Samstag tot aufgefunden worden. Soto gehörte zur indigenen Gruppe der Tolupanes und war Mitglied der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation "Breite Bewegung für Würde und Gerechtigkeit" (Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia, MADJ).


Ein Sieg für die Frauenrechte: Feministinnen nach der Abstimmung im Parlament von Oaxaca Quelle: Citlalli López Velásquez/Cimac

Zweiter Bundesstaat in Mexiko erlaubt Frauen Schwangerschaften bis zur 12. Woche ohne weitere Einschränkungen abzubrechen
Von Sonja Gerth, Citlalli López Velásquez
amerika21

Oaxaca de Juárez. Im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca hat das Parlament den Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche ohne Angabe von Gründen legalisiert.

Die Besucherbänke waren während der Abstimmung im Kongress am 25. September prall gefüllt: Mit Feministinnen, die mit den grünen Dreieckstüchern der "Marea Verde" ihre Unterstützung für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren Körper zum Ausdruck brachten ‒ und mit der Gegenbewegung in hellblau, Abtreibungsgegnern und religiösen Gruppen, die sich gegen die Legalisierung wandten.