Bürgerschaftliches Engagement über Grenzen hinaus - Ein Dialog in Bezug auf die Auswirkungen der Entwicklungsmodellen auf die Migration

Datum | Fecha:                                  07. Dezember 2020
Mit anschließenden Workshop am 08. Dezember 2020

Sendeort | Lugar de transmisión:   München, Frankfurt, Bonn, Berlin

Mitveranstalter | Coorganizadoras:  Aluna Minga e.V.*, COLPAZ Bonn, Red Colombia Rhein-Main Frankfurt und Unidos por la Paz Alemania
* Mit Unterstützung des Sozialreferates der Landeshauptstadt München

Referent*innen | Panelistas:

Constanza P.:  Colpaz
Diana S.:         Unidos por la Paz y Defendamos la Paz
Anderson S.:   Podcast, was ist los Kolumbien
Lina S.:            Red Colombia Rhein Main
Alejandro P.:   Ökumenisches Büro München und Aluna Minga e.V.

Ver el link abajo para las memorias en español.


Die Veranstaltung entstand als Ergebnis der Diskussionen der Rundreise „Rohstoffausbeutung und Konflikt in Kolumbien nach dem Friedensabkommen von 2016". Bei der Rundreise lernten wir viele Kolumbianer*innen kennen, die seit vielen Jahren hier in Deutschland wohnen. Andere Teilnehmer*innen waren Deutsche, die sich mit Kolumbien beschäftigen oder die mit Kolumbianer*innen verheiratet sind. Diese Personen, ihre Kolleg*innen und viele mehr, engagieren sich in verschiedenen Kollektiven oder Organisationen oder treten allein von Deutschland aus für ihre Themen und Belange ein.

Deswegen luden wir einige von ihnen ein, um über ihr Engagement zu reden. Sie sprachen dabei darüber, was ihre Motivationen ist, in Deutschland zu bleiben und wie sich ihre Wahrnehmung des Konfliktes und der Situation des Landes verändert hat, seitdem sie im Ausland leben. Wichtig war auch die Frage, was diesen Perspektivenwechsel beeinflusst hat, wie einfach ist es, sich von Deutschland aus zu engagieren und wie sie zu der Initiative und der Arbeit zu Kolumbien gekommen sind. Wir sprachen auch über die Barrieren oder Probleme, die ihre Arbeit oder die Arbeit ihrer Gruppen behindern.

Als Einführung gab der Moderator einen Überblick über die Situation in Kolumbien, sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen der Rundreise. Die Veranstaltung fokussierte sich sehr stark auf Handlungsalternativen zur Förderung der (Zusammen-)Arbeit der Kollektive in Kolumbien mit den Solidaritätsnetzen in Deutschland und Europa. Im Speziellen ging es um die Auswirkungen verschiedener Entwicklungsmodelle auf die Migration. Der Schwerpunkt lag dabei auf Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG13) und Frieden Gerechtigkeit und zu der Stärkung von Institutionen (SDG16).

Dabei beschäftigten wir uns mit den folgenden Fragen:
- Was hat dich nach Deutschland gebracht und was motiviert dich, in Deutschland zu bleiben?
- Wie hat sich deine Wahrnehmung der Situation des Landes verändert, als du Kolumbien verlassen hast? Und was hat diesen Perspektivenwechsel beeinflusst?
- Wie einfach ist es, sich von Deutschland aus zu engagieren? Wie bist du zu der Initiative und der Arbeit zu Kolumbien gekommen?
- Wie trägt deine Arbeit oder die Arbeit des Kollektivs dazu bei, ein effektives bürgerschaftliches Engagement und deine Teilhabe über die Grenzen hinaus zu fördern und zu gewährleisten?
- Was sind die Barrieren oder Probleme, die deine Arbeit oder die Arbeit deiner Gruppen behindern?

Im Rahmen der Fragen und Diskussion drehte sich das Interesse der Teilnehmenden um den engen Bezug der neuen Eskalation des Konfliktes in Kolumbien zu den wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Land und Europa, den Menschenrechtsverletzungen und der Migration von Kolumbien nach Deutschland. Die Gewalt verschärft sich auch momentan noch in Kolumbien und die bürgerschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten werden sowohl mit gewaltsamen als auch mit politischen Mitteln unterdrückt. Viele Menschen mussten das Land aufgrund von Drohungen oder auf der Suche nach Lebensalternativen verlassen. Die Diskussion zu dem Thema Asyl und Migration verstärkte die Kampagne und die Arbeitsgruppe für die Unterstützung von Kolumbianer*innen, die in Deutschland Asyl beantragen, die aus dem Seminar am 28.11. entstanden ist.

Im Workshop am 08.11.2020 analysierten wir diverse Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements und der Partizipation in Deutschland, sowie der Interaktion mit Gruppen und Menschen verschiedener Nationalitäten. In beiden Veranstaltungen diskutierten wir auch über die Schwierigkeiten der Initiativen oder Gruppen. An beiden Diskussionen nahmen sowohl die kolumbianischen Kollektive als auch Deutsche Organisationen teil, die zum Beispiel der Deutschen Menschenrechtskoordination Kolumbien gehören.

 

Nachfolgend findet sich ein ausführliches Protokoll in Spanisch und Deutsch.

Die Veranstaltung wurde aufgenommen aber aus Gründen der Datenschutzbestimmungen dürfen wir die Aufnahme nicht öffentlich machen. Auf Anfrage und nur unter besonderen Bedingungen können wir den Link kurzzeitig für private Nutzung freigeben.

Gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des

Für den Inhalt dieses Beitrages, sowie der dazugehörigen Veranstaltung ist allein das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Engagement Global gGmbh und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit wieder.

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