MEXIKO: Journalistin Regina Martínez ermordet

"Wir glauben ihnen nicht ..."

"Wir glauben nicht, das es eine rasche Untersuchung und Gerechtigkeit
geben wird, wir glauben nicht, dass die Behörden sich wirklich um die
Aufklärung des Mordes kümmern werden, denn es gibt einige unter ihnen,
denen daran gelegen ist, dass die Wahrheit nicht aufgedeckt wird" erklären
die beiden mexikanischen medico-Partnerinnen La 72 (Migrantenherberge in
Tenosique, Tabasco) und Movimiento Migrante Mesoamericano zum Mord an
Regina Martinez, Journalistin des regimekritischen Wochenmagazins Proceso,
die am 28. April tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde.

"Die Verteidigung jener, die sich für die Rechte der Migrantinnen
einsetzen ist unwiderruflich mit der Verteidigung des Rechts auf freie
Meinungsäußerung verknüpft. Ohne die Arbeit jener Journalisten, die uns in
Situationen realer Gefährdung begleitet und maßgeblich dazu beigetragen
haben, die unerträgliche Situation der Migrantinnen einer breiten
Öffentlichkeit bekannt zu machen, würde unsere Arbeit nicht wahrgenommen.
Der Mord an Regina ist keine isolierte Tat" (Im mexikanischen Bundesstaat
Veracruz wurden in den vergangenen 12 Monaten vier Journalisten/innen
ermordet). "Bedauerlicherweise leben wir in einem verminten Land, in dem
tagtäglich menschliche Opfer des Krieges, den uns Regierung und
organisierte Kriminalität aufgezwungen haben, zu verzeichnen sind. Der
Aufschrei der Angehörigen der Verschwundenen wird immer lauter und
Migrantinnen sind weiterhin Opfer vielfältiger Übergriffe und
Gewalttaten." erklären La 72 und MMM.

Am Tag vor ihrer Ermordung erschienen ihre letzten Artikel zum Mord an
einem Aktivisten und PRD-Politiker sowie zur Verhaftung von 9 Polizisten,
denen Verbindungen zum Drogenhandel zu Last gelegt werden.

Dieter Müller
medico international
Managua, 1.5.2012

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