El Salvador: Journalist und Umweltaktivist festgenommen

Vergangen Samstag (10. April) wurde der Journalist Eduardo Barahona, von der Nationalen Zivilpolizei (PNC) in seinem Haus festgenommen. Barahona arbeitet schwerpunktmäßig zu Themen rund um die Umweltkrise in El Salvador, Honduras und Guatemala. Neben seiner Tätigkeit als Reporter engagiert er sich in der Umweltorganisation UNES (Ökologische Einheit El Salvadors) und ist Aktivist der Nationalen Allianz gegen die Wasserprivatisierung.

Laut Medienberichten wird dem Journalisten vorgeworfen, am 19. März 2015 am Kauf eines Fahrzeugs in San Vicente im Wert von 9.600 Dollar mit einem ungedeckten Scheck beteiligt gewesen zu sein. Mutmaßlich hätte er den Wagen dann, zwei Tage später, für die Hälfte des Kaufpreises weiterverkauft. Freund*innen und Bekannte Barahonas geben jedoch an, dass diesem wenige Tage zuvor in einem Bus in El Salvador sämtliche Dokumente gestohlen worden wären. Kommiliton*innen der Universität von El Salvador berichten des Weiteren, dass er zum Zeitpunkt der Ereignisse ein aktiver Student war und künstlerische Workshops in San Salvador erhalten hat. Seiner Familie gibt an, dass er nie in San Vicente gelebt oder dort Aktivitäten ausgeübt habe.

Gemäß Angaben der Verteidigung gibt es in dem Fall jedoch einige Ungereimtheiten. So habe der Geschädigte Barahona erst 18 Monaten nach den Ereignissen auf einem Foto wiedererkannt. Auch würde das Foto des Personalausweises, der beim Wiederverkauf des Fahrzeuges genutzt wurde, nicht mit dem Aussehen des Journalisten übereinstimmen. Daneben werden weitere Widersprüche in den Aussagen des Zeugen bemängelt.

Unterstützung erhält Barahona von zahlreichen Organisationen und den sozialen Bewegungen in El Salvador. Die Menschenrechtsorganisation FESPAD forderte die Staatsanwaltschaft auf, nicht nur Hinweisen eine Bedeutung zuzumessen, die für Schuld eines Verdächtigen sprechen könnten, sondern auch Argumente für dessen Unschuld in Betracht zu ziehen. FESPAD erinnert in diesem Zusammenhang an die Fälle von Wendy Morales und Daniel Alemán, die ebenfalls aufgrund unzureichender Ermittlungen ihrer Freiheit beraubt wurden.

 

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