10.000 Menschen demonstrieren gegen Goldmine

Foto: Movimiento Comunal de Matagalpa

 

Vergangenen Samstag demonstrierten in Rancho Grande rund 10.000 Menschen gegen ein Minenprojekt der kanadischen Firma B2Gold.


Zu den Protesten, welche als Pilgerreise deklariert wurden, hatte die katholische Kirchengemeinde der im Norden Nicaraguas gelegenen Stadt aufgerufen. Im Vorfeld machte das Gerücht die Runde, dass Busfahrer, welche die Menschen zu den Protesten bringen würden mit Repressalien rechnen müssten. Deshalb folgten zahlreiche Menschen dem Aufruf, zu Fuß anzureisen.


Die Mobilisierung war ein weiteres klares Zeichen dafür, dass die große Mehrheit der Bewohner von Rancho Grande die seit 2002 bekannten Pläne der Goldmine ablehnt. So hat es in den vergangenen Jahren u.a. Unterschriftenkampagnen sowie einen Boykott der öffentlichen Schulen gegeben, als B2Gold den Unterricht dazu missbrauchen wollte, Einfluss auf die Schüler zu nehmen.

 

„Die Unternehmen kommen und plündern alles aus, der Bevölkerung hingegen bleibt nichts als Zerstörung“


Nach Aussagen von Vertretern der Gemeinde lehnen die Menschen den Bergbau ab, weil Rancho Grande reich an fruchtbaren Böden ist. Diese ermöglichen es Bewohnern, ein Leben in Würde zu führen. Erfahrungen anderer Minenprojekte in den Nachbarländern, sowie Studien des Centro Humboldt in Managua haben hingegen die dramatischen Folgen des Bergbaus klar zutage treten lassen. Befürchtet wird die Vernichtung der Felder sowie die Vergiftung des Trinkwassers und der Flüsse. Gegenüber dem Ökumenischen Büro wurde die Situation mit folgenden Worten beschrieben: „Die Unternehmen kommen und plündern alles aus, der Bevölkerung hingegen bleibt nichts als Zerstörung“.


Inwiefern es durch die Proteste gelingen kann, das Minenprojekt abzuwenden bleibt abzuwarten. Dennoch werten es die Menschen vor Ort als Erfolg, dass der Minenbetreiber in den 13 Jahren des Projektes nicht über die Phase der Erkundung hinaus gekommen ist.

Für Fragen zu dem Konflikt um die Mine in Rancho Grande, können sie sich gerne an das Ökumenische Büro wenden.

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