Gerichtsprozess gegen David Castillo, mutmaßlicher Auftraggeber des Mordes an Berta Cáceres

Tag 9 [4. Mai 2021]

Die wichtigsten Punkte des Prozesstages

COPINH veröffentlichte die an diesem Tag verlesenen Whatsapp-Konversationen und auch Tweets: "Wichtig! Daniel Atala drückt seinen Rassismus und seinen Hass auf das indigene Volk der Lenca aus. Die Beweise, die heute Nachmittag verlesen wurden, zeigen mit Sicherheit die Verbindungen der Familie Atala Zablah zum Mord an Berta Cáceres. Die Familie Atala Zablah ist, wie die aus Daniel Atala´s Telefon extrahierten Nachrichten zeigen, eine Familie mit tiefen rassistischen und klassistischen Überzeugungen. Der Rassismus in diesem Fall war nicht nur ein Ausdruck von Vorurteilen gegenüber der Gemeinde Rio Blanco, einer Gemeinde mit einer bedeutenden Lenca-Bevölkerung. In diesem Fall sind die rassistischen Motive institutionell. Banken, die Armee, die Regierung, die Generalstaatsanwaltschaft und andere Institutionen waren Teil des Arsenals, das gegen Berta und die Gemeinde Rio Blanco-Gemeinde eingesetzt wurde. So rechtfertigten diese Gruppen und Familien, die auf einem historisch belegten Hass gegen Menschen basieren, den Mord."

Der Sachverständige für Datenextraktion David Alexander Amador liest Whatsapp-Chat-Nachrichten vor, die Daniel Atala geschrieben hat und aus seinem Handy ausgelesen wurden. Atala macht mehrere rassistische und klassistische Bemerkungen gegen das indigene Volk der Lenca und die Gemeinde Rio Blanco. Die Nachrichten skizzieren, wie Castillos Verteidiger (und DESA-Anwalt) Juan Sanchez, zusammen mit anderen, auf Anweisung von Daniel Atala und an diesen berichtend, ihren Einfluss nutzten, um Berta Cáceres im Jahr 2013 zu kriminalisieren (siehe Nachrichten unten).

COPINH veröffentlicht die Whatsapp-Konversationen und auch Tweets: "Wichtig! Daniel Atala drückt seinen Rassismus und seinen Hass auf das indigene Volk der Lenca aus. Die Beweise, die heute Nachmittag verlesen wurden, zeigen mit Sicherheit die Verbindungen der Familie Atala Zablah zum Mord an Berta Cáceres. Die Familie Atala Zablah ist, wie die aus Daniel Atalas Telefon extrahierten Nachrichten zeigen, eine Familie mit tiefen rassistischen und klassistischen Überzeugungen. Der Rassismus in diesem Fall war nicht nur ein Ausdruck von Vorurteilen gegenüber der Gemeinde Rio Blanco, einer Gemeinde mit einer bedeutenden Lenca-Bevölkerung. In diesem Fall sind die rassistischen Motive institutionell ausgedrückt. Banken, die Armee, die Regierung, die Generalstaatsanwaltschaft und andere Institutionen waren Teil der Waffen, die gegen Berta und die Rio Blanco-Gemeinde eingesetzt wurden. So rechtfertigten diese Gruppen und Familien, die auf einem historisch belegten Hass gegen Menschen basieren, den Mord."

Übersetzung einiger von COPINH rot hervorgehobener Chats:

SEITE EINS: Am 13. April 2013 um 12:24 Uhr schreibt Daniel Atala: "Ich habe die Nase voll von diesen Indios [oft als abwertendes Wort für indigene Menschen verwendet]"

SEITE ZWEI: Am 30. März 2012 um 14:32 Uhr schreibt Daniel Atala: "Was ist los, ich sitze an einem Tisch und 2 Indios kommen und dringen in meinen Raum ein. Dabei waren noch 20 Tische frei"

SEITE DREI: Am 5. Juli 2013 um 14:55 Uhr schreibt Daniel Atala: "Da können wir nicht mal ein paar Indios ertragen"

Am 5. Juli 2013 um 14:55 Uhr schreibt Daniel Atala: "Aber ich denke, sie werden schnell von dort weggehen, weil das Essen schnell ausgeht"

SEITE VIER: Am 19. Juli 2013 um 16:26 Uhr schreibt Daniel Atala: "Ich habe viel Geld und politisches Kapital ausgegeben, damit diese 3 Haftbefehle ausgestellt werden"

SEITE FÜNF: Am 22. April 2013 um 13:39 Uhr. Carolina Castillo [eine Anwältin] schreibt an Daniel Atala: "Daniel, die COPINHes sind gerade in das Baustellenlager hineingegangen"

Am 23. April 2013 um 15:21 Uhr, schreibt Carolina Castillo an Daniel Atala: „und ich sage Ihnen, dass ich mich mit Elsia Paz [Präsidentin der honduranischen Vereinigung für erneuerbare Energien] getroffen habe [...] sie sagt, dass sie Bertha Cáceres kontrollieren kann und dass sie sie gut ausgespäht haben und mit zwei Anrufen, dass sie eine Frau ist, die Leute erpresst, wird sie uns nicht mehr belästigen"

ANMERKUNG ZU TAG 10: Der zehnte Verhandlungstag war für Mittwoch, den 5. Mai, einberufen worden, aber der Sachverständige hatte die Liste der beantragten Nachrichten, die sowohl die Nebenklage als auch die Verteidigung vor Gericht prüfen wollten, nicht vorbereitet. Daher wurde die Verhandlung auf den Donnerstag, 6. Mai verschoben. (Anmerk d.Ü.: Die Verschiebung sorgte für einige Unruhe und Besorgnis über mögliche außergerichtliche Interventionen, korrespondierte sie doch mit beständigen Versuchen der Verteidigung zu verhindern, dass die Chatbeiträge des DESA-Finanzvorstandes Daniel Atala Midence vorgelesen würden. Atala wurde, obwohl die Chats der honduranischen Justiz schon seit Jahren bekannt waren und auch im Prozess gegen die materiellen Täter und Mittelsmänner des Mordes eine Rolle spielten) niemals auch nur verhört. Zwei Strafanträge gegen ihn wurden nicht weiterverfolgt. Im derzeitigen Prozess wird er als Zeuge der Nebenklage aussagen müssen.)

Quelle: https://www.aquiabajo.com/blog/2021/5/4/day-nine-trial-against-david-castillo

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