Die Struktur des Gesundheitswesens in El Salvador

 

 

Das salvadorianische Gesundheitswesen hat drei Versorgungssäulen:


1. Die staatliche Versorgung durch das Gesundheitsministerium. Sie wird von ca. 80 % der Bevölkerung in Anspruch genommen, besonders von den vielen, nicht in einem festen Arbeitsverhältnis stehenden Menschen. Die Versorgung ist nur rudimentär und nicht kostenlos. Für Arztbesuche und Medikamente muss z. T. bezahlt werden. Die Kosten für teurere medizinische Leistungen wie Operationen müssen selbst getragen werden. Da etwa die Krankenhäuser sehr schlecht ausgestattet sind, es an organisatorischen, fachlichen und finanziellen Kapazitäten fehlt, sind tagelange Wartezeiten, Doppelbelegung von Betten und durch fehlende medizinische Kenntnisse und Ausstattung bedingte Todesfälle keine Seltenheit. Wer keine finanziellen Mittel hat, ist faktisch auch von der staatlichen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. (Nach Schätzungen betrifft das ca. ein Drittel der Bevölkerung.)
2. Die öffentlichen Krankenkassen, hier besonders das ISSS (siehe Kasten) sowie kleinere Kassen für LehrerInnen und Militärangehörige. Zu ihren Leistungen haben ca. 17 % der Bevölkerung Zugang.
3. DeKastenn Privatsektor, der 40 Kliniken, 4000 Arztpraxen und 1500 Apotheken auf dem neuesten medizinischen Stand unterhält. Er wird von nur 3 % der Bevölkerung - der reichen Oberschicht – frequentiert.

 

(bw)
Die Struktur des Gesundheitswesens in El Salvador
Erschienen in: Info-Blatt 62  des Ökumenischen Büros
München
Dezember 2003

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