Die Partnerorganisation des Ökumenischen Büros in El Salvador: Oikos Solidaridad

 

Die Organisation Oikos Solidaridad ist vor fünf Jahren aus dem Lutherischen Hilfswerk in El Salvador (Socorro Luterano) hervorgegangen. Das Ökumenische Büro führt seit 1992 Solidaritätsbrigaden in El Salvador mit Oikos bzw. dem Soccoro Luternano durch. Oikos Solidaridad ist eine regionale Nichtregierungsorganisation (NRO) mit zur Zeit 12 MitarbeiterInnen und und hat ihren Sitz im Osten des Landes, in El Transito im Landkreis San Miguel.

In seiner Arbeit verbindet Oikos drei Themenbereiche: soziale Partizipation, Nahrungsmittelsicherheit und ökologische Katastrophenvorbeugung. Wir haben während unserer Brigade Oikos als eine Organisation kennengelernt, die sich immer zum Ziel setzt, die Menschen vor Ort mit ihren Problemen in den Mittelpunkt zu stellen und sie als eigenständige AkteurInnen – und nicht als HilfeempfängerInnen – zu begreifen.

In Fortbildungen und Workshops zum Thema „Soziale Partizipation“ unterstützt Oikos lokale Gruppen bei ihrer Organisierung. Für das Netzwerk „Intercomunal del Rio Grande de San Miguel“ stellt Oikos Räume und Infrastruktur bereit und unterstützt die Gruppen dabei, Bündnisse mit NROs und lokalen Regierungen aufzubauen, die Forderungen an die regionale und landesweite Regierung stellen.

Einen großen Teil der Arbeit von Oikos machen Infrastrukturprojekte aus, außerdem Erosionsschutz- und Wiederaufforstungsmaßnahmen, um das Überschwemmungsrisiko in der Region zu mindern und die Böden fruchtbar zu halten; hinzu kommen Programme zur Diversifizierung des Nahrungsmittelanbaus, um die Kleinbauern unabhängiger von Marktpreisen zu machen, sowie Aufklärungs- und Vorbeugemaßnahmen, die darauf abzielen, auf Naturereignisse wie einen Hurrikan oder ein Erdbeben besser reagieren zu können und ihnen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein.

Ganz wichtig ist Oikos bei solchen Projekten, den Sachverhalt, um den es geht, zu politisieren. Das heißt, dass Oikos nicht nur eine Rückhaltemauer ins Flusstal stellt, sondern auch mit den Leuten, die ohne Landtitel am Flussufer wohnen, die Landfrage thematisiert. Die MitarbeiterInnen von Oikos versuchen sog. „politische Alphabetisierungsarbeit“ zu leisten, über Freihandelsverträge und Gentechnik und deren negative Folgen für die Landbevölkerung zu informieren, und eine Verbindung herzustellen zwischen lokalen Problemen und den politischen Entwicklungen, die dafür verantwortlich sind. Gleichzeitig unterstützen sie die Menschen vor Ort bei Protestaktionen, bei regionalen Demonstrationen oder auch bei Mobilisierungen in die Hauptstadt.

 

(bw)
Die Partnerorganisation des Ökumenischen Büros in El Salvador: Oikos Solidaridad
Erschienen in: Info-Blatt 62  des Ökumenischen Büros
München
Dezember 2003

 

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