Info-Blatt 52 Migration II

Nicaraguanerinnen in Costa Rica

(ea) "Die ist auch nach Costa Rica". "Und, was macht sie da"? "Ich weiß nicht, arbeiten, wahrscheinlich putzen wie die anderen". So oder so ähnlich waren die Antworten Anfang der 90er, wenn man sich am Río San Juan nach einer Lehrerin erkundigte, die nach den für die FSLN verlorenen Wahlen von 1990 entlassen worden war. Die anderen, das sind im Augenblick zwischen 300.000 und 500.000 nicaraguanische Staatsangehörige, d.h. ca. 8% der gesamten nicaraguanischen und 11% der costaricanischen Bevölkerung. Es gibt Schätzungen, dass ungefähr die Hälfte davon Frauen sind. Costa Rica hat im vergangenen Jahr knapp 50.000 nicaraguanische Staatsangehörige abgeschoben.

Weiterlesen …

Migration am Beispiel El Salvador - USA

Der Beginn der langen Reise
(ch) September 1997 - Abschied am Busbahnhof in San Salvador. Ich hatte einen Flug nach Mexico D.F. gebucht und werde jetzt als ersten Teil der Rückreise eine 30stündige Busreise antreten. Zunächst muss ich den "Condor" nehmen, der zwei mal täglich zur guatemaltekisch-mexikanischen Grenze fährt.

Weiterlesen …

Der Traum wird zur Wirklichkeit

Ana María Rodriguez
"Ich habe davon geträumt hier anzukommen - und es ist Wirklichkeit geworden."
 Aus Dario Azzellini, Boris Kanzleiter (Hg.) Nach Norden, 1999

  "Ich erzähle die Geschichte, die ich auf diesem langen Weg erlebt habe, den ich unter vielen Opfern gehen mußte. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt, um an mein Ziel, um in die USA zu kommen. Ich habe davon geträumt, hier anzukommen - und es ist Wirklichkeit geworden.

Weiterlesen …

Ich bin ein Kolumbianer im Exil

Ich heiße Carmen Lopez, bin gerade neu in Deutschland angekommen. Ich hätte nie gedacht, dass es mich einmal hierher verschlagen würde. Aber hier bin ich nun, spaziere durch die Straßen und trinke mit Ihnen Kaffee.
 Ich bin Kolumbianerin, bis vor kurzen habe ich in Kolumbien gearbeitet. Ich arbeitete mit Binnenvertriebenen, bei einer staatlichen Behörde. Jetzt habe ich meinen Job, meine Heimat und meine Leute verlassen müssen. Ich bin nach Deutschland gekommen, weil ich weiterleben will.

Weiterlesen …

OST - WEST

Dieser hier gekürzt wiedergegebene Artikel von Claire Wallaze erschien unter dem Titel "Das Migrationspotenzial junger Frauen" in der Zeitschrift Ost-West-Information; Alternativ-Sozialistisches Osteuropa-Komitee Graz; August 2000. Darin werden weit mehr Gesichtspunkte beleuchtet, unter denen man die Situation von MigrantInnen betrachten kann, als in diesem Artikel zum Ausdruck kommt. Wir fanden ihn dennoch wichtig, auch wenn er nur einen kleinen Ausschnitt der Realität unter die Lupe nimmt.

Weiterlesen …

Bread and Roses

Ein Film vom kollektiven Kampf lateinamerikanischer WanderarbeiterInnen
Die Arbeitswelt wird wieder Thema im Programmkino. Doch meist sind es Einzelne, die sich individuell durch Leben zu schlagen versuchen und dabei scheitern. Ein aktuelles Beispiel ist der gerade angelaufene Film Rosetta.

Weiterlesen …

Kommunale Wandbilder

Der mexikanische Kunstprofessor Sergio Valdez Ruvalcaba (Checo) hat dieses Jahr aufgrund seines akademischen Urlaubsjahres die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen und hier mit interessierten Gruppen, oder auch sich zusammenfindenden Einzelpersonen, ein Seminar zu Wandbildern durchzuführen, die lokale Themen aufnehmen und verarbeiten. In diesem Rahmen sollen das Wandbild  Vida y sueño de la cañada Perla  ("Leben und Traum im Perla-Tal") nachgemalt, aber auch die Utopien der Kursteilnehmer kreativ umgesetzt werden. Ausgehend von Erfahrungen in der autonomen Gemeinde Ricardo Flores Magón und an der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM) in Mexiko-Stadt werden kommunikatives Potential und kollektiver Zusammenhalt im kommunalen Wandbild erarbeitet.

Weiterlesen …

Schon Frieden in Chiapas

(da) Während die mexikanische Regierung nach außen hin ihre eigene Dialogsbereitschaft mit Versprechen der Durchführung einer fragwürdige, einseitigen sozialen Kampagne "trotz dem Schweigen der EZLN" in Chiapas sowie Falschaussagen über die Freilassung weiterer zapatistischer Gefangenen feiert, sehen sich NGOs und Menschenrechtgruppen aufgrund der erschreckenden Zunahme des militärischen Druckes in der Konfliktzone gezwungen, die  "Wiederkehr des Krieges niederer Intensität" in Chiapas öffentlich zu machen. Die neue Flut von Meldungen über Menschenrechtsverletzungen und Einschüchterungen gegen die autonomen Gemeinden und Menschenrechtsorganisationen wie Fray Pedro Lorenzo de la Nada durch Militärs und Paramilitärs sowie die weiterhin aufrechterhaltene Straflosigkeit, deren Ausmaße kürzlich auch von der UN selbst beanstandet wurden, veranlassten die TeilnehmerInnen des letzten Forums zur Analyse der indigenen Gesetzes, unter ihnen das Ex-COCOPA-Mitglied und Kongressoberhaupt von Tlalpan, Gilberto López y Rivas, die Zivilgesellschaft dazu aufzurufen, sich auf eine Mobilisierung vorzubereiten für den Fall einer drohenden Erneuerung des Konfliktes.

Weiterlesen …

Die Indigenen Rechte in Mexiko

Ein Schritt nach vorne, zwei nach hinten
(da) Drei Monate nach dem Abschluss des zapatistischen Marsches für indigene Würde nach Mexiko-Stadt haben politische Engstirnigkeit und wirtschaftliche Interessen die Hoffnungen auf einen gerechten und würdigen Frieden durch Verhandlungen wieder fast vollkommen zunichte gemacht. Auch die Mobilisierung Hunderttausender für die Forderung nach einer verfassungsrechtlichen Anerkennung der indigenen Rechte und Kultur vermochten die eifersüchtig auf ihre Rechte bedachten politischen Hardliner nicht zu erreichen. In einem Versuch, die Dynamik des Kampfes um die Ratifizierung des indigenen Gesetzes an sich zu reißen, forcierten die vereinten Kräften der PRI und PAN Ende April im Bundeskongress in einem Eilverfahren mit minimaler Debatte kurz vor Ende der Sitzungsperiode die Bewilligung einer nach ihren Vorstellungen modifizierten Version der ursprünglichen Gesetzesinitiative der COCOPA, in der nun die wichtigsten Autonomierechte der indigenen Völker beschnitten und alle Forderungen nach einer echten politischen Beteiligung und Entwicklung durch Selbstbestimmung minimiert werden.

Weiterlesen …

Computerspiele: Das Spiel der Vorurteile

"Du bist ein Schmuggler von illegalen Waren, ein Kerl ohne Moral mit einem schnellen Auto. Dein einziges Ziel ist es, Deine Lieferung zu übergeben. Wenn Du von den rivalisierenden Banden oder der Polizei nicht erwischt wirst, hast Du alles richtig gemacht."

Weiterlesen …

Überraschendes Urteil gegen Mörder des Bischofs Juan Gerardi

Viele hatten es schon als Erfolg angesehen, dass nach über drei Jahren überhaupt ein Urteil erging. Doch der Ende vergangener Woche gefällte Richterspruch über den Mord an dem guatemaltekischen Bischof Juan Gerardi eröffnet juristisches Neuland in dem mittelamerikanischen Land. Erstmals werden in einem Urteil gegen Militärs politische Motive als Beweggrund für deren Verbrechen benannt. Mit der Präsidentengarde Guatemalas wird gleichzeitig eine staatliche Institution für den Mord mitverantwortlich gemacht. Die hohen Strafen - 30 Jahre Haft für drei Militärs und 20 Jahre Gefängnis für einen Priester, jeweils ohne Recht auf Straferlass - gerieten dabei fast zur Nebensache. Eine Mitangeklagte Hausangestellte des Bischofs wurde freigesprochen.

Weiterlesen …

Guatemala Frieden ohne Land - Land ohne Frieden

Das Portal öffnet sich. "La Perla" heisst die Plantage. Sie lassen uns einfahren, zuerst den Wagen der Vereinten Nationen UNO, uns danach. Wir brauchen etwa eine Stunde, um die Plantage zu durchqueren. Das ist eindrucksvoll, "La Perla" scheint unendlich groß. In der gebirgigen Landschaft des Quiche' ist das nicht die einzige Plantage, die diverse Täler und Hügel umfasst. Schließlich gelangen wir zu dem Dorf Ilom. Man spricht Ixil, eine der 22 einheimischen Sprachen in Guatemala, und man spricht es immer noch mit Zittern. In ihren traditionellen Trachten kleiden sich die Leute nach Art eines armen Volkes mit einem Reichtum an Farbe. Ein Ort, der nachdrücklich die Geschichte eines Landes erzählt, das festhält an der Suche nach dem Frieden. Hier kann man die Enteignung der einheimischen Völker von den Ländereien ihrer Vorfahren studieren. Heute besitzen die meisten der 400 Familien in Ilom kein Land mehr, nicht einmal genu, um sich selbst angemessen ernähren zu können. Nach dem Grundbuch (das ja selbst ein Spiegel des historischen Landraubs ist) hat die Gemeinde 1.400 Hektar. De facto haben sie Zugang zu nicht einmal dem zehnten Teil davon, während die Plantage "La Perla" fast 6000 Hekter in Besitz nimmt, das Doppelte von ihrem Eintrag im Grundbuch. Hier in Ilom kann man die Geschichte eines Volkes im Erleiden studieren: den Terror der Armee und der paramilitärischen Gruppierungen, die Massaker, die Verschwundenen, die Politik des Plattmachens. Und hier in Ilom sieht man, dass der Friede noch nicht angekommen ist auf dem Land. Während die Leute kein Auskommen haben, nichts zu säen und zu ernten, und die Angst vor den unsichtbaren Händen der Vergangenheit andauert, ist der Friede keine Realität geworden, weder in Ilom noch in vielen anderen Dörfern der Einheimischen in Guatemala.

Weiterlesen …

Alle 48 Stunden wird ein notleidendes Kind ermordet

Zwischen März 1998 und 25. Mai 2001 starben 724 Kinder in den Straßen von Honduras. Es handelt sich hierbei um Verbrechen der sogenannten Todesschwadronen. Bis heute hat die Justiz keine tiefergehenden Ermittlungen durchgeführt und die Mörder befinden sich weiterhin auf freiem Fuß.

Weiterlesen …

Pestizideinsatz im Bananenanbau

Kampagne schärft Bewusstsein für Pestizideinsatz im Bananenanbau
Schluss mit giftig!
Abschluss der Pestizid-Kampagne
Pestizide im Bananenanbau: Durch die dicke Schale sind wir Genießer weitgehend vor ihnen geschützt, doch die Arbeiter/innen auf den Plantagen bekommen ihre Giftwirkungen tagtäglich zu spüren.

Weiterlesen …