Zucker im Tank, Gift in der Niere - Agrokraftstoffe hier und in Nicaragua

 

In den Zuckerrohranbaugebieten Nicaraguas sind in den letzten Jahren über 4000 Arbeiter an Nierenversagen gestorben. Zwei RepräsentantInnen der Organisation ANAIRC berichten über die Hintergründe dieser Situation.
ANAIRC ist eine Vereinigung betroffener ehemaliger Zuckerrohrarbeiter, die durch den  langjährigen Pestizideinsatz an chronischer Niereninsuffizienz leiden.
Die Zuckerbetriebe, die zu den einflussreichsten Unternehmen Zentralamerikas gehören,  weisen jede Schuld an den Erkrankungen zurück, erkrankte Arbeiter werden einfach entlassen.
Durch den Agrosprit-Boom werden sich diese untragbaren Zustände weiter verschärfen. Denn die Europäische Union setzt zunehmend auf die Beimischung von Ethanol zum Kraftstoff. Seit Anfang des Jahres ist das ökologisch höchst umstrittene Benzin E10 mit einem Ethanolgehalt von 10 Prozent auf dem Markt. Dies steigert die Ethanolimporte der EU, auch aus Nicaragua, wo inzwischen immer mehr Zucker zu Ethanol verarbeitet wird.

ReferentInnen
Carmen Rios und Camilo Navas

Carmen Rios ist die Vorsitzende von ANAIRC. Ihr Vater, ein Bruder und ihr früherer Mann wurden Opfer dieser Krankheit. Carmen Rios engagierte sich am Zustandekommen von Vereinbarungen zu Rentenzahlungen, medizinischer Betreuung und Bildungsmaßnahmen, um die Lebensqualität der von chronischer Niereninsuffizienz Betroffenen zu verbessern. Heute ist sie im ständigen Ringen mit der Unternehmensleitung der Zuckerraffinerie San Antonio um Ausgleich für gesundheitliche Beeinträchtigungen und Schäden der an chronischer Niereninsuffizienz Leidenden.

Camilo Navas studiert Journalismus und engagiert sich in einer Unterstützergruppe von ANAIRC, die mit einem Zuckerboykott auf das Verhalten des Eigentümers der Zuckerraffinerie San Antonio, dem Pellas Konzern aufmerksam macht und Verletzungen von Umwelt- und Arbeitsgesetzen in der Zuckerindustrie veröffentlicht.

 

Ort:EineWeltHaus, Weltraum U09

Schwanthalerstr. 80

 

Veranstalter

Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit und Umweltinstitut München e. V.

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