¡YO SOY MUJER! - Kampf um Frauenrechte in El Salvador

(c) Colectiva Feminista

Wir wollen nachfragen, was Frau-Sein in El Salvador heißt. Wie beschreiben Frauen ihre soziale, gesellschaftliche und ökonomische, aber auch rechtliche Situation? Können Selbstbewusstsein und politische Partizipation von Frauen dem allgegenwärtigen Machismo und der Gewalt Paroli bieten? Wie gehen die Eliten in El Salvador mit „Frau“ im Parlament, im Justizsystem oder auch bei Straßenmobilisierungen um? Welchen Schwierigkeiten begegnen Kampagnen für reproduktive Selbstbestimmungsrechte? Wer verhindert die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbotes? Wir wollen verstehen, mit welchen traditionellen, kirchlichen und konservativen Bildern Frau in eine Rolle erzogen und ihr das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen wird und was feministische Kämpfe in der heutigen salvadorianischen Gesellschaft bedeuten können.
Im Rahmen der El Salvador-Rundreise sind dieses Jahr zwei Frauen eingeladen, die über die aktuelle Situation der Frauenrechte mit historischer Perspektive sprechen und  diskutieren. 

Morena Herrera hat 1990 die Asociación Mujeres por la Dignidad y la Vida (Ver­einigung der Frauen für die Würde und das Leben) – Las DIGNAS – mitbegründet. Heute enga­giert sie sich im Feministischen Kollektiv für lokale Entwicklung (Colectiva Feminista para el Desarollo Local). Darüber hinaus ist sie eine der Sprecher_innen der Bürger_innenvereinigung (Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto Tera­péutico, Ético y Eugenésico), die sich für die Straffreiheit der Abtreibung aus medizinischer oder ethischer Indikation einsetzt. Diese hatte zuletzt die Kampagne Libertad para las 17 (Freiheit für die 17) zur Begnadigung von Frauen ins Leben gerufen, welche nach Fehlgeburten zu jahrzehntelangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt wurden.

Azucena Ortíz ist seit 2014 Geschäfts­führerin des Frauen­verbandes Mélida Anaya Montes. Die nach der Gründerin der ersten salvadorianischen Guerillaorganisation, Mélida Anaya Montes benannten Mélidas formierten sich nach dem Friedensschluss 1992. In den vergangenen 23 Jahren haben sie  Hausangestellte, Arbeiterinnen in Billiglohn-Weltmarktfabriken (Maquilas) und Landfrauen unterstützt und mit ihnen für ihre Rechte gekämpft. Heute haben mehrere Mitglieder der Mélidas Ämter in Ministerien und im Parlament. Azucena Ortíz hat als diplomierte Marketingspezialistin für die Mélidas Frauenkooperativen und Kleinstunternehmer_innen beraten. Zuvor war die ausgebildete Krankenpflegerin jahrelang in der planerischen Basisarbeit für ländliche und städtische Gesundheitszentren tätig.

Edith Guardado aus der Rücksiedlungsgemeinde Guarjila in Chalatenango hat als Sozialarbeiterin im Frauengefängnis von Ilopango, dem größten des Landes gearbeitet. Sie lenkt beim Wochenendseminar in Frankfurt unseren Blick auf die am meisten verfemten und verfolgten Frauen: jene im Gefängnis, die Sexarbeiterinnen und pandilleras (Bandenmitglieder).

Termine:

28. September Berlin 17 - 20:30 Uhr, Podiumsdiskussion mit Morena Herrera und Carolina Carrera (Vorsitzende der Corporación Humanas, Chile): Mein Körper - Meine Rechte! Abtreibungsverbote in Lateinamerika und die Rolle der internationalen Politik(Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit amnesty international; Schumannstr. 8)


29. September  Berlin 19 Uhr, Vortrag und Diskussion mit Azucena Ortiz (FDCL, Gneisenaustraße 2a, Mehringhof, 3. Aufgang, 5.Stock)


30. September: Kiel 19:30 Uhr: Matthias-Claudius-Kirche, Alte Dorfstr. 53


1. Oktober: Marburg; 20 Uhr, Weltladen Marburg, Markt 7


2. - 4. Oktober: Wochenendseminar (Bundestreffen der El Salvador-Solidarität) in Frankfurt/Main


5. Oktober: Bonn 19 Uhr, Borromäus-Haus, Hörsaal, Wittelsbacherring 7


6. Oktober: Köln 20 Uhr, Allerweltshaus Köln, 1. OG Körner Str. 77-79 Köln Ehrenfeld


7. Oktober: Düsseldorf 19.30 Uhr, LEBEN findet STADT, Uedesheimer Strasse 2


9. Oktober: München 19 Uhr, ligsalz8, Ligsalzstraße 8


Weitere Infos: elsal@oeku-buero.de oder 089 - 448 59 45

Gefördert von Engagement Global im Auftrag des BMZ sowie aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst. Der Herausgeber ist für den Inhalt allein verantwortlich.

Ligsalzstraße. 8

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