„Lasst das Öl im Boden“ – die Yasuni/ITT-Initiative in Ecuador und das Konzept der Nicht-Förderung von Erdöl-Ressourcen

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Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Alexandra Almeida

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Kulturladen Westend | Ligsalzstr. 44 | München

Beginn 20 Uhr | Eintritt frei

 

Alexandra Almeida, Aktivistin der Umweltorganisation Acción Ecologica aus Ecuador wird den aktuellen Stand der Yasuni-Initiative beleuchten, Details zum Konzept des Öl-im-Boden-Belassens darstellen und eine Einführung in die
Zukunft erdölfreier Gesellschaften geben. Darüber hinaus können weitere Themen wie die
Kritik an Emissionshandel und Alternativen zu den UN-Klimaverhandlungen und die
aktuelle politische Situation in Ecuador diskutiert werden.

 
Rund 900 Millionen Barrel Erdöl liegen unter dem Boden des Yasuní-Nationalpark im
Block Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) im Nordosten des Landes; dies ist knapp ein
Viertel der gesamten verbliebenen Erdöl-Reserven Ecuadors. Die Umwelt-NGO Acción
Ecologica hat jahrelang dafür gekämpft, dass diese Reserven nicht angetastet und der
Yasuni-Nationalpark, in welchem es mit die höchste Biodiversität gibt und auch zwei
indigene Stämme in freiwilliger Isolation von der Zivilisation leben, nicht zerstört wird.
Acción Ecologica ging es dabei nicht nur um den Nationapark, die Yasuni-Initative soll ein
Paradebeispiel sein, wie die Ölreserven nicht bis zum letzten Tropfen aufgebraucht
werden, sondern auf nationalem wie internationalem Niveau ein Pradigmenwechsel
eingeläutet wird, weg von fossilen Energieträgern und erdölbasierter Produktion, hin zu
erneuerbaren Energien und erdölfreien Gesellschaften.

 
Tatsächlich übernahm dann die ecuadorianische Regierung die Idee der Yasuni-Initiative
des Öl-im-Boden-Belassens und forderte dafür von der internationalen Staaten-
gemeinschaft Kompensationszahlungen für die Hälfte der zu erwartenden Staats-
Einnahmen, wenn das Öl nicht gefördert wird. Die Bundesregierung war das erste Land,
welches konkrete Zahlungszusagen machte: 650 Millionen Euro über den Zeitraum von 13
Jahren. Im August 2010 wurde endlich der Treuhandfonds bei der UN-Institution UNDP
angesiedelt und eröffnet. Doch Entwicklungsminister Niebel will von den bereits im Jahr
2008 vom deutschen Bundestag gemachten Zahlungszusagen nichts wissen und zweifelt
den Treuhandfonds an.

 
Außerdem ist gerade in der Diskussion, dass die Yasuni-Initative nicht wie ursprünglich
eine echte Einsparung von CO2-Emissionen bedeutet durch die Nicht-Förderung und
Nicht-Verbrennung der 900 Mio Barrel Öl, sondern dass sie Teil der UN-
Klimaverhandlungen und des Kyoto-Protokoll wird und Konzerne durch Einzahlung in den
Yasuni-Fonds Verschmutzungsrechte für ihre Produktionen in anderen Ländern erkaufen
können. Es steht also gerade viel auf dem Spiel ? und Yasuni wird gerade ein größeres
Thema auch hier in Deutschland.

 

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