Honduras im Widerstand - live in München

Information, Diskussion und Musik zu den aktuellen Kämpfen der zivilen Widerstandsbewegung, zum Landkonflikt im Bajo Aguán und zu Frauenrechten in Honduras

 

Zeit: Montag, 30. September 2013, 19 Uhr

Ort: EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80 Rgb., Großer Saal

Eintritt frei

 

Das zentralamerikanische Land Honduras wird oft mit Schlagwörtern wie organisiertes Verbrechen, Drogenmafia, Korruption und Straflosigkeit in Zusammenhang gebracht. Es hat die höchste Mordrate weltweit. Unter den Opfern sind Jugendliche, Frauen, die ermordet werden, „weil sie eben Frauen sind“ und auch viele Oppositionelle: engagierte Anwält_innen, Gewerkschaftler_innen, Journalist_innen, Menschenrechtsverteidiger_innen aus indigenen oder kleinbäuerlichen Bewegungen. Sie setzten sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen ihrer Gemeinden, gegen Landraub, Militarisierung, Palmölplantagen, Bergbau und Staudämme ein.

 

files/Bilder/Laender/Honduras/karla1[1].jpgKritische Journalist_innen und Radiomacher_innen aus den sozialen Bewegungen lassen sich ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung trotz Lebensgefahr nicht nehmen. Eine von ihnen ist Karla Lara, welche die Blogger_innen der Menschenrechtsbewegung in Honduras unterstützt und in ihrer Radiosendung „Sin café no hay mañana“ (Ohne Kaffee kein Morgen), kritisch über das Geschehen im Land berichtet. Die Feministin ist eine der bekanntesten Künstler_innen des Landes (Kurzporträt Karla Lara). Unmittelbar nach dem zivil-militärischen Putsch von 2009 schloss sich die Sängerin der Gruppe „artistas en resistencia“ (Künstler_innen im Widerstand) an. Ihre musikalischen Auftritte nutzt sie auch, um darüber zu informieren, wie wenig Menschenrechte in ihrem Land respektiert werden.

 

files/Bilder/Laender/Honduras/Aguan-kleiner.jpgDies zeigt sich beispielhaft im blutigen Landkonflikt im Aguán-Tal (Bajo Aguán). Dort kämpfen kleinbäuerliche Gemeinden seit rund 20 Jahren um Zugang zu Land, das ihnen durch Agrarreformen zugeteilt worden war. In dem fruchtbaren Tal im Norden von Honduras eigneten sich einflussreiche Großgrundbesitzer_innen Land für die Palmölproduktion an, das für die Agrarreform bestimmt war. Ihre bewaffneten privaten Sicherheitskräfte gehen gemeinsam mit Militär und Polizei gegen Kleinbäuer_innen vor, die gewaltfrei ihr Recht auf Land und Nahrung verteidigen. Seit dem Putsch 2009 wurden im Aguán-Tal 57 KleinbäuerInnen und UnterstützerInnen aufgrund dieses Konflikts ermordet. Keiner der Fälle wurde aufgeklärt.

 

Auf dem Podium in München:

 

 Heriberto Alemán Rodriguez. Er ist Mitglied der lokalen Kleinbäuer_innenorganisation „Movimiento Unificado Campesino del Aguán“ (MUCA) und koordiniert seit 2011 die Arbeit des Beobachtungszentrums für Menschenrechte im Bajo Aguán.

 

Gilda Maria Rivera Sierra ist seit über 20 Jahren in der Frauenbewegung aktiv und Mitbegründerin des Zentrums für Frauenrechte (CDM, Honduras).

 

Die Veranstaltung ist Bestandteil der FIAN-Kampagne „Kleinbauernrechte jetzt!“, die sich für eine Menschenrechtskonvention für Kleinbäuer_innen und andere im ländlichen Raum Arbeitende einsetzt, da diese Bevölkerungsgruppe 80% der weltweit hungernden Menschen ausmacht.

 

Veranstalter:

Menschenrechtsorganisation FIAN (FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk), Gruppe München

und Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. München

in Kooperation mit dem Nord-Süd-Forum München

mit freundlicher Unterstützung der LH München, Referat für Gesundheit und Umwelt

 

 

Musik von Karla Lara (auf youtube)

POR SER MUJERES (Weil wir Frauen sind)

ANTES DEL PUENTE (Vor der Brücke)

LA CASA DE LA JUSTICIA (Haus der Gerechtigkeit)

LAMPO DE CIELO (Glanz des Himmels) - Die honduranische Nationalhzmne in abgeänderter Version

 

Zurück