Filmvorführung und Diskussion: Viacrucis Migrante

Jedes Jahr versuchen tausende Männer, Frauen und Kinder aus Zentralamerika in die USA zu gelangen. Auf dem mindestens 1.700 Kilometer langen Weg durch Mexiko sind Razzien mit anschließender Abschiebung, sexualisierte Gewalt, Überfälle und Entführungen an der Tagesordnung. Es wird vermutet, dass die US-­amerikanische Außenpolitik Mexiko drängt, seine Südgrenze stärker zu kontrollieren und zu militarisieren. Statt wie angekündigt Menschenrechte besser zu schützen, macht die mexikanische Polizei regelrecht Jagd auf Migrant*innen und hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 fast 200.000 Menschen abgeschoben.

Doch die Kontrollen stoppen die Flüchtenden nicht, sondern zwingen sie, immer abgelegenere und gefährlichere Wege zu nutzen. Die Folge: Viele Verbrechen finden im Verborgenen statt.

Vor diesem Hintergrund inszenieren die Franziskaner in Tenosique die Migration am Karfreitag als Leidensweg Christi. Die gemeinsame Prozession durch die Stadt soll auf die gefährlichen und katastrophalen Lebensumstände der Flüchtlinge aufmerksam machen und insbesondere die lokale Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.
„Auswandern ist ein Recht und kein Verbrechen“, sagt Alberto aus Honduras. Er ist mit zwei Freunden zu Fuß nur mit einem Rucksack über der Schulter auf dem Weg in die USA. Der Filmemacher Hauke Lorenz trifft die drei Flüchtlinge in Mexiko zufällig auf der Straße und begleitet sie zu ihrem ersten Ziel hinter der Grenze: Die „La72“, eine spezielle Herberge der Franziskaner nur für Migrant*innen und Flüchtlinge in der kleinen Stadt Tenosique.

Der Dokumentarfilm „Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant*innen“ von Hauke Lorenz aus Hamburg gibt Menschen auf dem beschwerlichen Weg ins „Gelobte Land“ eine Stimme. Am 13. Dezember 2016 wird uns Hauke Lorenz  den Film in Werkstattkino zeigen, um gemeinsam über die Migration zu diskutieren.

Werkstattkino

Werkstattkino, Fraunhoferstr. 9, 80469 München

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