Essen und Trinken in Zeiten des Klimawandels - Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit in El Salvador

Die Referent_innen haben aus ihrer Praxis in einem von den Folgen des Klimawandels geplagten Land wie El Salvador von zahlreichen konkreten Beispielen zu berichten, wie Landwirtschaft, Klima und Ernährung im Norden und Süden einer zunehmend globalisierten Welt zusammenhängen.

 María Ana Calles Ramos von der Kleinbauern- und -bäuerinnenorganisation ANTA (Asociación Nacional de Trabajadores Agropecuarios) wird auf der Basis ihrer Erfahrungen in der Organisierungsarbeit erläutern, was Ernährungssouveränität in der konkreten Arbeit einer solchen Organisation bedeutet.

Javier Rivera von der Kampagne „Klimagerechtigkeit jetzt!“ und dem „BürgerInnennetzwerk gegen Gentechnik“, wird uns zu den Themen Agrosprit, Ernährungssouveränität und dem Konzept der Klimagerechtigkeit in El Salvador informieren.

 

Ernährungssouveränität

Ernährungssouveränität ist ein Gegenkonzept zur industrialisierten und exportorientierten Landwirtschaft. „Ernährungssouveränität ist das Recht auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. Sie ist das Recht auf Schutz vor schädlicher Ernährung. Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und transnationalen Konzerne“, heißt es in der „Nyeleni – Deklaration für Ernährungssouveränität“, die im Februar 2007 in Mali beim 1. Internationalen Forum zur Ernährungssouveränität verabschiedet wurde.

 

Klimagerechtigkeit

Bereits heute ist deutlich, dass diejenigen, die durch die Emission von Treibhausgasen am stärksten zum Klimawandel beigetragen haben, nicht die Hauptlast der Folgen des Klimawandels zu tragen haben. Zu den Folgen des Klimawandels gehören Überschwemmungen, Dürren, erhöhte Temperaturen der Luft, des Bodens und der Gewässer. Damit einher gehen Veränderungen der Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Fehlten den meisten Menschen und Ländern außerhalb der reichen Industriestaaten des „Nordens“ bislang die Mittel, durch eine auf der Nutzung fossiler Energieträger basierende Wirtschaft zu Wohlstand zu gelangen, so fehlen ihnen nunmehr die Mittel, die Folgen des Klimawandels abzuwehren, sie zumindest abzuschwächen bzw. sich an diese anzupassen. Generell gilt: Die Menschen werden auf absehbare Zeit umso stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen sein, je ökonomisch und sozial marginalisierter sie sind. Der Klimawandel muss als Ausdruck einer Ungerechtigkeit verstanden werden, der alle Bereiche des Lebens auf der Erde beeinträchtigt und zu zerstören in der Lage ist. Klimagerechtes Handeln heißt auch, dass energieintensive Länder ihre Verantwortung für die Auswirkungen des Klimawandels erkennen und gemeinsam mit den „energiearmen“ Ländern Lösungswege finden, die zu einer Minderung des Klimawandels führen und einen Weg aus der Armut bedeuten.

Eine Veranstaltung des Öku-Büros, in Kooperation mit FIAN und dem Nord-Süd-Forum München.

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