Diverse Perspektiven im Dialog

Über Gewalt, Widerstand und Rechte: FLINTA* in Mexiko(1)

Tlaxcala und Oaxaca im Fokus

In Mexiko haben 70,1% der Frauen(2) ab dem 15. Lebensjahr mindestens eine Gewaltsituation in ihrem Leben erlebt(3). Das wird durch die Nationale Erhebung zur Dynamik in häuslichen Beziehungen (ENDIREH) aus dem Jahr 2021 verdeutlicht. Laut der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CELAC) belegt Mexiko einen "besorgniserregenden" Platz unter den lateinamerikanischen Ländern mit den meisten Frauenmorden: Im Durchschnitt werden in der mexikanischen Republik täglich zehn Frauen ermordet(4).

 

Datum: 20.12.2023

Uhrzeit: 18:30 (MEZ) 11:30 (GMT-6)

Ort: Online, per Zoom

Sprache: Spanisch mit Übersetzung ins Deutsche

Anmeldung zur Teilnahme über Zoom: https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_sPo44JjbQbamyV7O9StLQQ

Kontakt: mex@oeku-buero.de

Gewaltverbrechen und/oder kriminelle Praktiken wie der Handel mit Frauen und Mädchen (Menschenhandel) zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ist eine der komplexesten und am wenigsten bestraften Formen geschlechtsspezifischer Gewalt.

In Tlaxcala beschäftigt sich das "Centro Fray Julián Garcés", eine zivilgesellschaftliche Organisation, die für ihren Einsatz im Kampf für die Verteidigung und den Schutz der Umwelt sowie gegen geschlechtsspezifische Gewalt bekannt ist, insbesondere mit dem Problem des Frauen- und Mädchenhandels zur sexuellen Ausbeutung. Im Jahr 2017 stellte die Organisation fest, dass dieses Verbrechen in 66% der Gemeinden von Tlaxcala vorkommt. Derzeit belegte Tlaxcala national den zweiten Platz im Delikt Menschenhandel(5).

Andere Formen von Gewaltsituationen, die die Sicherheit und das Leben von Frauen und Dissidenten gefährden, wie sexuelle- und/oder häusliche Gewalt (innerhalb der Familie und/oder Partnerschaften), sind nicht so einfach zu erfassen. Dies liegt unter anderem an den Schwierigkeiten, denen Opfer gegenüberstehen, wenn sie Anzeige erstatten möchten, sowie der Herausforderung, wirksamen Schutz zu erhalten. Dies geschieht angesichts der hohen Straflosigkeitsraten und der Korruption im Justizsystem.

Laut dem Bericht "Asesinato de Mujeres en México", der auf der Website der feministischen Organisation "Consorcio Oaxaca" zitiert wird, war Oaxaca zwischen 2000 und 2015 der fünftgefährlichste Ort des Landes für Frauen, nach dem Bundesstaat Mexiko, Chihuahua, Mexiko-Stadt und Guerrero(6). Bis heute hat sich die Lage nicht verbessert. Im Jahr 2021 waren laut Angaben von ENDIREH in Oaxaca 67,1% der Frauen in ihrem Leben Opfer von Gewalt, insbesondere von Gewalt in der Partnerschaft(7).

Angesichts dieser Realitäten, die sich in den Daten widerspiegeln, stellt sich die Frage, welche Bedingungen die Entstehung und Verschärfung dieser Gewalt begünstigen. Wie gehen FLINTA mit diesen Realitäten um? Welche Alternativen stehen ihnen zur Verfügung?

In dem ersten Diverse Perspektiven im Dialog legen wir den Fokus auf Tlaxcala und Oaxaca

Folgende Gästinnen sind zum ersten Dialog eingeladen:

Marisol Flores Garcia - Sozialarbeiterin und Menschenrechtsverteidigerin. Seit 14 Jahren arbeitet sie im Centro Fray Julián Garcés in Tlaxcala zum Thema Frauen und Gewalt.

Margarita Sánchez Cruz - Sozialarbeiterin. Sie arbeitet in der Organisation Centro Fray Julián Garcés in Tlaxcala zum Thema Mädchen- und Frauenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung.

Erika Lili Díaz Cruz - Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Gender, Menschenrechte und Rechtspluralismus. Gründerin und Mitglied der zivilgesellschaftlichen Organisation Luna del Sur in Oaxaca.

 

Moderatorin

Patricia Rendón Galván

Mitarbeiterin des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit im Themenbereich Mexiko.

 

(1)FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter, Non-Binary, Transgender und Agender

(2)In diesem Fall sprechen wir von Frauen, da diese in der Statistik so erfasst sind

(3)https://mexico.unwomen.org/sites/default/files/2022-12/infografias%202022_VCMN.pdf

(4)Encuesta Nacional sobre la Dinámica de las Relaciones en los Hogares (ENDIREH); https://www.inegi.org.mx/programas/endireh/2021/

(5)https://www.centrofrayjuliangarces.org.mx/labor/

(6)Sitio web de Consorcio para el diálogo parlamentario y la equidad Oaxaca; https://violenciafeminicida.consorciooaxaca.org.mx/#

(7)INEGI; https://www.inegi.org.mx/contenidos/programas/endireh/2021/doc/20_oaxaca.pdf

 

Eine Veranstaltung des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit e.V.

mit Unterstützung von: Centro Fray Julián Garcés; Pacta Servanda und Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko (DMRKM)

Gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des


Ort: Online, per Zoom

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