Zur aktuellen Situation in Tunesien und Ägypten

Die Revolten in Tunesien und Ägypten haben die politische Welt überrascht. Wurde anfangs der Umsturz in Tunesien noch als vereinzelter Volksaufstand, als Ausnahme, interpretiert, so ist seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak klar geworden, dass in der arabischen Welt und Nordafrika tief greifende Veränderungen stattfinden und stattfinden werden. Die massenhafte Erhebung von Menschen, die spontan und selbstorganisiert die Kraft entwickeln ihre Machthaber zu stürzen, fasziniert und wirft zugleich viele Fragen auf: Wer sind die Akteure der Aufstände, vor welchem Hintergrund – sozial, ökonomisch, politisch – finden sie den Mut auf die Straße zu gehen und ihre Forderungen öffentlich zu machen? Wie haben sie den Umsturz, die Erfahrung ihrer eigenen Macht erlebt, und welche Schlüsse ziehen sie daraus? Wie ist die aktuelle Situation in Ägypten und Tunesien? Ist die Euphorie bereits wieder dem Alltag gewichen oder hat sie zu einer Politisierung und Aktivierung der Menschen geführt? Wie schätzen die Menschen die nahe Zukunft ihres Landes ein, worauf hoffen sie? Und welche Art von Solidarität wünschen sie sich aus den Ländern Europa?

Die JournalistInnen Juliane Schumacher und Jürgen Weber geben Auskunft über die Perspektiven der Menschen vor Ort und Einblicke in die Hintergründe der Revolten in Nordafrika. Dabei präsentieren sie Eindrücke von einer Recherchereise im März 2011.

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