Soziale Konflikte und Erinnerung im postkolonialen Namibia

Namibia ist seit 1990 eine postkoloniale Gesellschaft. Die koloniale Inbesitznahme durch Deutsche und der deutsche Kolonialkrieg, das nachfolgende Apartheidsystem und die Geschichte der Unabhängigkeitsbewegung prägen die namibische Gesellschaft bis heute. Sie bilden den Hintergrund, vor dem soziale, ökonomische und kulturelle Konflikte ausgetragen werden. Die namibische Gesellschaft erlebt aber auch Transformationsprozesse, die sich nicht nur auf diese Geschichte reduzieren lassen.

Wir waren im Herbst 2010 in Namibia und berichten, welche gesellschaftlichen Akteure und Politikfelder nach der Unabhängigkeit entstanden sind: Von den Kämpfen der Namibian Farm Workers Union für die Interessen von Landarbeiter_innen, den Ansätzen einer neuen Landlosenbewegung und vom Versuch der Einführung eines Basic Income Grant. Der symbolische Wert des Verfügens über Land, wirtschaftliche Interessen, postkoloniale Reformpolitik, die Besitzstandwahrung weißer (deutscher) Eliten und die Herausbildung neuer besitzender Klassen treffen hier aufeinander. In Bezug auf die deutsche Kolonialgeschichte berichten wir, welche Erinnerungspolitiken- und Orte es gibt und wie das Verhältnis zu Deutschland bzw. den „Namibiadeutschen“ verhandelt wird.

Ein Reisebericht von Astrid Homann und Christoph Arndt (Politisch Reisen // Internationaler Arbeitskreis e.V.)

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