Die Militarisierung der Entwicklungszusammenarbeit

Obwohl die reichen Industrienationen seit je her bestrebt sind, die Vergabe von Entwicklungshilfe als selbstloses Unterfangen zu verkaufen, zielte sie stets auch - wahrscheinlich sogar primär - auf die Durchsetzung machtpolitischer Interessen ab. Für die Geberländer ist Entwicklungshilfe ein Instrument, um ihre außenpolitischen Ziele zu verfolgen. In den letzten Jahren wurde Entwicklungshilfe immer mehr zu einem integralen Bestandteil der westlichen Kriegs- und Besatzungspolitik. Eine kritische Analyse dieser Entwicklung kann und darf sich nicht allein auf die bloße Umleitung von Geldern zugunsten sicherheitsrelevanter Bereiche reduzieren, sondern muss auch die Funktion der Entwicklungszusammenarbeit als Flankierungsmaßnahme für die herrschenden Ausbeutungsstrukturen des globalen Wirtschaftssystems in den Blick nehmen.
Jürgen Wagner wird seine Studie "Mit Sicherheit keine Entwicklung! Die Militarisierung der Entwicklungszusammenarbeit" vorstellen und sich der Diskussion stellen.
Diese Veranstaltung wurde vom neu gegründeten EU-Arbeitskreis des Öku-Büros organisert, der sie für die Vorbereitung eines im Herbst stattfindenden Seminars zur EU-Außenpolitk, mit der Schwerpunktsetzung auf Freihandels-, Entwicklungs- und "Verteidigungs"-Politik nutzt. Interessierte an diesem Arbeitskreis sind herzlich willkommen. Die nächsten Treffen sind am 11.05. und 25.05.09 um 19.30 Uhr im Öku-Büro, Pariser Straße 13.

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