Manuel Zelaya zurück in Honduras

Nach Versöhnungsabkommen kehrt der gestürzte Präsident nach Honduras zurück. Umjubelter Empfang in Tegucigalpa.
Von Kerstin Sack

Tegucigalpa. Der ehemalige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, ist am
Samstag fast zwei Jahre nach dem Staatsstreich gegen ihn in sein Heimatland
zurückgekehrt. Wie der Fernsehender Telesur live berichtete, wurde er von
seiner Familie, ehemaligen Mitgliedern seines Kabinetts begleitet. Auch eine
internationale Delegation mit anderen Politikern, darunter zahlreiche
Regierungsvertreter verschiedener Länder Lateinamerikas wie der
Außenminister Venezuelas, Nicolas Maduro, begleiteten den 2009 gestürzten
Präsidenten. Die zwei Flugzeuge landeten aus Nicaragua kommend auf dem
Flughafen Toncontìn der Hauptstadt Tegucigalpa.

Auf dem Platz Isi Obed, benannt nach dem ersten Toten des Widerstands,
warteten zehntausende Menschen auf die Ankunft des 2009 gestürzten
Präsidenten. Zelaya und die internationale Delegation fuhren in einer
Karawane zu dem Kundgebungsort wo die Wartenden ihn begeistert empfingen.

In seiner Rede dankte Zelaya dem Widerstand und der Solidarität der
lateinamerikanischen Regierungen. Sein besonderer Dank ging an Venezuela,
Brasilien, Nicaragua und die Dominikanische Republik, die ihn in besonderer
Weise unterstützt hätten. Auch den Medien, die über den Widerstand
berichteten und ebenfalls der staatlichen Repression ausgesetzt sind dankte
Zelaya. Für den ehemaligen Präsidenten ist seine Rückkehr ein Zeichen der
Hoffung für die Demokratien Lateinamerikas. "Politische Krisen können nicht
durch Gewalt gelöst werden, sondern durch mehr Demokratie", sagte Zelaya.

Die Frau und die Tochter Zelayas lasen das Abkommen von Cartagena vor. In
dem kolumbianischen Ort hatten Zelaya und der amtierende Präsident von
Honduras, Porfirio Lobo, ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet, das den Weg
zu seiner Rückkehr ebnete. Neben der Rückkehr von Zelaya ist vor allem die
Anerkennung der Widerstandsbewegung als legale politische Kraft und die
Möglichkeit zur Durchführung einer verfassunggebenden Versammlung vereinbart
 Zelaya bekräftigte in seiner Rede, dass nun die zweite Phase des Kampfes
beginne. Ziel sei die Rückkehr zur Demokratie, die Beteiligung an den
kommenden Wahlen 2012 und die Durchführung einer verfassunggebenden
Versammlung. Wie lokale Medien berichten, hat ein Teil der Konservativen
schon Widerstand angekündigt. Der Versuch Zelayas als Präsident eine
Volksbefragung zu dem Thema durchzuführen, führte im Juni 2009 zu seinem
Sturz durch einen Staatsstreich.

Im Anschluss an die Kundgebung begab sich Zelaya und die Delegation zum
Regierungspalast. Dort warteten der aktuelle Präsident Porfirio Lobo sowie
die Außenministerin Kolumbiens, María Ángela Holguín, und José Miguel
Insulza, Vorsitzender der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).

Das Abkommen von Cartagena wurde durch die Mediation der Präsidenten
Venezuelas und Kolumbiens, Hugo Chávez und Juan Manuel Santos, möglich. Am
kommenden Mittwoch wird Honduras voraussichtlich wieder in die OAS
aufgenommen, aus der Honduras nach dem Sturz Zelayas ausgeschlossen wurde.
Rafael Correa, Präsident Ecuadors, erklärte in seiner wöchentlichen Sendung,
dass Ecuador nur bei Strafverfolgung der Putschisten bereit sei, der
Wiederaufnahme zuzustimmen.

Quelle: amerika21.de

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