Kritik an Anerkennung von Lobo-Regierung
03.08.2010 13:18
Demokratiebewegung verweist auf anhaltende Repression.
Chile und Mexiko hatten De-facto-Regierung anerkannt
Von Harald Neuber
Tegucigalpa. Führende Mitglieder der Demokratiebewegung in Honduras haben
die Anerkennung der De-facto-Regierung unter dem rechtsgerichteten
Unternehmer Porfirio Lobo durch Chile und Mexiko kritisiert. Rafael Alegría,
Führungsmitglied der Nationalen Front des Volkswiderstandes (FRNP) äußerte
sein Bedauern über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Zwar
respektiere die FRNP die Entscheidung der Regierungen Chiles und Mexikos, so
Alegría. Zugleich wies der bekannte Sozialaktivist aber darauf hin, "dass
die Demokratie in Honduras nicht wieder hergestellt wurde".
Die meisten Staaten Lateinamerikas hatten nach einen Militärputsch gegen die
letzte demokratisch gewählte Regierung des liberalen Politikers Manuel
Zelaya alle Kontakte zu Honduras abgebrochen. Ende Juli nahm der
zentralamerikanische Staatenbund SICA die Kontakte wieder auf, nun folgten
Chile und Mexiko. Argentinien, Brasilien, Venezuela und andere Staaten der
Region erkennen die Lobo-Führung weiterhin nicht an.
Alegría verweist nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa
Latina auf die anhaltende Repression gegen Oppositionelle in Honduras. Seit
dem Putsch seien 5000 Menschen festgenommen worden. Zugleich wurden über 100
politische Morde verzeichnet, unter den Opfern befinden sich zehn
Journalisten. Auch seien drei kritische Radiostationen geschlossen worden,
so Alegría.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte erst in der
vergangenen Woche eine Eilaktion zum Schutz der Menschenrechtsanwältin Kenia
Oliva Cardona gestartet, die für die Organisation COFADEH arbeitet. Cardona
schwebt vermutlich in Gefahr. Ihr Auto wurde aufgebrochen, Dokumente wurden
durchsucht und ihr Laptop gestohlen", heißt es in dem Aufruf. Amnesty
International geht davon aus, dass diese Aktionen mit ihrem Einsatz für die
Menschenrechte zusammenhängen.
amerika21.de – 2. August 2010
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