Großmanöver vor Panama : Über 2000 Soldaten an Übung "Panamax 2010" beteiligt

23.08.2010 07:53

Von Harald Neuber
amerika21.de

Panama-Stadt. Über 2000 Soldaten aus drei Waffengattungen haben am Montag
mit einem immensen Militärmanöver vor der Küste Panamas und Kolumbiens
begonnen. Die Übung "Panamax 2010" steht unter dem Kommando von
US-Luftwaffengeneral Douglas Fraser, der auch das Südkommando der US-Armee
befehligt. Während dieses Regionalkommando in einer Pressemitteilung das
Ausmaß des Manövers beschreibt, sehen Beobachter in der Region den
Truppenaufmarsch mit Sorge.

Das Manöver "Panamax 2010" soll zwölf Tage lang die Abwehr einer möglichen
Bedrohung des Panamakanals simulieren. Neben den Übungen vor Ort wird das
Training in Echtzeit von Kommandozentralen des US-Militärs in Miami und
Mayport (Florida) sowie Northfolk im US-Bundesstaat Virginia überwacht.
Beteiligt sind Luft-, See- und Landstreitkräfte, unter anderem die Zweite
und Vierte Flotte der US-Kriegsmarine. An dem Manöver nehmen nach Auskunft
der US-Armee insgesamt 18 Staaten des amerikanischen Kontinents teil, eine
führende Rolle kommt den USA und Kanada zu. Nicht dabei sind Bolivien, Costa
Rica, Haiti, Kuba und Venezuela. Im Jahr 2009 beinhaltete das Training auch
antiterroristische Aktionen".

Der panamaische Journalist und Soziologe Marco A. Gandásegui Jr. verweist
auf den innenpolitischen Kontext. Vor gut einem Monat hatte in Panama ein
Generalstreik gegen neoliberale Maßnahmen der Regierung unter dem
rechtsgerichteten Unternehmer und amtierenden Präsidenten Ricardo Martinelli
stattgefunden. Die Regierung haben die Teilnehmer des Arbeitskampfes – unter
ihnen die Arbeiter der Kanalgesellschaft – des Terrorismus´ bezichtigt. Vor
diesem Hintergrund sei das Manöver auch eine klare Drohung an soziale
Akteure im eigenen Land.

Die französische Nachrichtenagentur AFP verweist in ihrem spanischen Dienst
auf den regionalpolitischen Hintergrund. Das Großmanöver in unmittelbarer
Nähe Venezuelas finde schließlich zu einem Zeitpunkt statt, "in dem die
Spannungen zwischen Washington und Caracas zugenommen haben", heißt es in
der Meldung.


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