Ermordung eines weiteren Umweltaktivisten in Cabañas, El Salvador
23.12.2009 14:15
Ramiro Rivera, ein Gemeindesprecher, der sich gegen den Goldabbau in der Region einsetzte, war bereits am 7. August vor seinem Haus in Cabañas acht Mal angeschossen worden. Die Polizei hat damals einen Mann, den Ramiro Rivera als seinen Angreifer identifizierte, festgenommen. Ramiro überlebte das Attentat und hatte ab diesem Moment Personenschutz. Als er am vergangenen Sonntag in einen Hinterhalt geriet, konnte ihn das nicht mehr schützen. Er starb durch mindestens fünf Schüsse in den Rücken. Dem Angriff fiel ebenfalls seine Begleiterin Felicita Echeverría zum Opfer. Ein 13-jähriges Mädchen überlebte den Angriff schwerverletzt.
Ramiro Rivera ist bereits der zweite Umweltaktivist in diesem Jahr, der unter brutalen Umständen ermordet wurde. Das erste Opfer war Gustavo Marcelo Rivera Moreno, der im Juni entführt wurde und dessen Leichnam dann einige Tage später mit Spuren von Folter aufgefunden wurde.
Weiterhin sind in der Region Angestellte des Radio Victoria, die sich für die Aufklärung der Ermordung Marcelo Riveras einsetzten, mit dem Tod bedroht worden und es gab einen Entführungs- und Mordversuch, dem der Priester Luis Alberto Quintanilla nur knapp entkam. Auch weitere Umweltaktivist_innen sind bedroht worden.
Aktivist_innen im Kampf gegen den Bergbau beklagen die Gewaltkampagne, der sie vor allem im Department Cabañas seit einigen Monaten zum Opfer fallen und die geringe Aufmerksamkeit, die Polizei und Staatsanwaltschaft den Vorfällen schenken. Diese hatten die Verbrechen zumeist als "normale" Raubüberfälle deklariert und politische Hintergründe ausgeschlossen.
Die salvadorianische Zeitung CoLatino berichtet weiterhin, dass Freunde des am Sonntag ermordeten Ramiro beklagten, es sei nicht genug zu seinem Schutz getan worden und der Polizeischutz sei nicht wirksam gewesen.
Berichterstattung auf spanisch:
http://www.diariocolatino.com/es/20091221/nacionales/74989/
http://www.diariocolatino.com/es/20091222/nacionales/75034/
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