Asunción/Paraguay: Viertes Sozialforum der Amerikas hat begonnen. Rigoberta Menchú ruft zu Beginn zur Hilfe für Widerstandsfront in Honduras auf
16.08.2010 08:31
Von Steffen Lehnert, Montevideo
amerika21.de
Bei strahlendem Sonnenschein hat am Mittwoch das Amerikanische
Sozialforum in der paraguayischen Hauptstadt Asunción begonnen. Bis zum
Sonntag werden sich 15.000 Teilnehmer aus über 500 Organisationen über ihre
Erfahrungen in sozialen Kämpfen austauschen.
Zur Eröffnung marschierten rund 10.000 Menschen auf einer Strecke von sieben
Kilometern vom Veranstaltungsgelände in die Innenstadt, wo das
internationale Treffen feierlich eröffnet wurde. An dem bunten
Demonstrationszug nahmen Indigenenverbände, Frauengruppen, Gewerkschaften
und Aktivisten der Landarbeiterbewegung teil.
Bei der Eröffnung und bei einer folgenden Pressekonferenz war die
guatemaltekische Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú zugegen. Im
Namen des Veranstaltungskomitees hieß sie die Aktivisten willkommen. "Auch
sie fühle sich als Teil dieser Bewegung", sagte Menchú. Als aktuelle
politische Themen standen vor allem die Kolumbien-Krise sowie der Putsch in
Honduras Ende Juni 2009 auf der Tagesordnung.
Menchú zeigte sich erleichtert über die jüngsten Gespräche der Präsidenten
Chávez und Santos. Mit Blick auf die Lage in Honduras mahnte sie: "Kein
Staatsstreich ist legitim! Wir werden dafür sorgen, dass es in unserem
Amerika nie wieder zu einem kommt." Gleichsam rief Menchú, die selbst die
Zeit der guatemaltekischen Diktatur erlitten hat und beide Elternteile
verlor, zur Solidarität mit der Widerstandsbewegung in Honduras auf.
Bis zum Sonntag werden die Teilnehmer auf über 350 Veranstaltungen über
Themen wie politische Transformationsprozesse, Imperialismus und
Militarisierung, Ernährungssouveränität, Kommunikation und Kultur,
Plurinationalität, Gedenken und Gerechtigkeit sowie Genderfragen debattieren
Den Höhepunkt bildet eine Podiumsdiskussion am Samstag, zu der auch die
Präsidenten von Bolivien und Paraguay, Evo Morales und Fernando Lugo,
erwartet werden. Aufgrund einer kürzlich bekannt gewordenen Krebserkrankung
steht die Teilnahme des paraguayischen Staatsoberhaupts jedoch noch im
Ungewissen.
amerika21.de – 13. August 2010
Förderung durch das