Transgender Aktivistin Francela Méndez ermordet

ai fordert Aufklärung - Gewaltwelle fordert Regierung heraus

12. Juni 2015. Amnesty International verurteilt die Ermordung von Francela Méndez, einer Transgender-Aktivistin und Verteidigerin der Menschenrechte in El Salvador. Francela, ermordet am 31. Mai 2015, war Mitglied des Vereins „Colectivo Alejandría“, eine Organisation, die sich
den Menschenrechten von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten und intersexuellenMenschen (LGBTI) widmet. Francela war außerdem Teil des salvadorianischen Netzes von Menschenrechtsverteidigerinnen („Red Salvadoreña de Defensoras de Derechos Humanos“).  Auf Grund der Arbeit von Francela Méndez als Aktivistin und Verteidigerin von Menschen aus dem Kreis von LGBTI werden die salvadorianischen Behörden dazu aufgerufen aufzuklären, ob das Verbrechen mit ihrem Engagement zusammenhängt und aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität geschah. Der Tod von Frances Méndez ist, gemäß Medienberichten, schon der zehnte Mord an einer transidenten Frau im Jahr 2015. Der Mord an Francela Méndez darf nicht in Straflosigkeit enden. Der Staat El Salvador muss eine Untersuchung garantieren, die unparteilich, effektiv und frei von Diskriminierung
stattfindet. Außerdem muss der Staat den Schutz der LGBTI Gemeinschaft garantieren. Am 8. Juni beantragte eine Gruppe von Abgeordneten des Parlamentes die Einführung von Strafverschärfungen für Tötungsdelikte und Todesdrohungen, in Anerkennung der Umstände, dass „Verbrechen auf Grund von Intoleranz und Hass, insbesondere gerichtet gegen Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Identität und deren Ausdruck oder der sexuellen Orientierung“ strikt untersucht und bestraft werden müssen. Die Maßnahme würde die Strafe für die Verbrechen erhöhen, die auf Grund von rassistischem, ethnischem, religiösem, politischem Hass, Geschlechteridentität und –ausdruck, der sexuellen Orientierung und anderen ähnlichen Gründen begangen wurden. Amnesty International fordert vom Staat El Salvador, die aktive und effektive Mitarbeit von LGBTI-Gruppen und von Organisationen beizubehalten, die sich für den Schutz und die Förderung ihrer Rechte bei der Diskussion der vorgeschlagenen Reformen einsetzen.

Zuletzt fordert Amnesty International  den Staat El Salvador dazu auf, auf die Forderung des UN-Menschen-rechtsrates von 2013 zu reagieren, der die Staaten dazu aufforderte, ein sicheres Umfeld zu schaffen, das garantiert, dass die Verteidiger und Verteidigerinnen der Menschenrechte in Sicherheit arbeiten können (A/HRC/RES/22/6*).

Quelle: http://www.ai-el-salvador.de/files/ai_el_salvador/PDFs/El-Salvador-Presse-2015-06-12-Transgender.pdf.
Übersetzung: Amnesty International, El Salvador-Koordinationsgruppe
Verbindlich ist das spanische Original:
El Salvador: El Estado debe garantizar justicia en el asesinato de activista transgénero
11 junio 2015, Índice: AMR 29/1855/2015
https://www.amnesty.org/es/documents/amr29/1855/2015/es/

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