Gewaltsame Unterdrükkung einer Kundgebung am 20. September 2008 in León

Für den 20. September hatten verschiedene Organisationen zu einer nationalen Kundgebung nach León aufgerufen. Sie wollten in der FSLN-Hochburg León gegen die Regierung Daniel Ortega demonstrieren. Der von der Polizei genehmigte Protestmarsch wurde von FSLN-Sympathisant_innen gewaltsam verhindert.

Schläger_innentrupps verhinderten schon auf den Einfallstraßen die Anreise der Demonstrant_innen. Mit Baseballschlägern, Macheten und Steinen gingen sie auch gegen die Polizist_innen vor, die versuchten, den Anreisenden Durchfahrt zu verschaffen. Das Auto des Vorsitzenden der MRS ging in Flammen auf. Von den Medien werden Bilder gezeigt, die den Bürgermeisterkandidaten der FSLN für León als aktiv Beteiligten zeigen.

Die Gewalttaten, die eine Reihe von Verletzten hinterließen, führten weder zu polizeilichen Ermittlungen noch zu Verurteilungen. Im Gegenteil, Minister_innen und hohe Funktionär_innen der FSLN sahen in den Ausschreitungen „einen Kampf gegen die Rechte, in dem die FSLN keinen Millimeter zurückweichen werde“, und die Reaktion von Menschen, die „ihr Territorium verteidigen“.
 

(ea)
Gewaltsame Unterdrükkung einer Kundgebung am 20. September 2008 in León
Erschienen in: Info-Blatt 73  des Ökumenischen Büros
München
Dezember 2008

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