Rompiendo el Silencio – RadioFem auf UKW 107,9 MHz
Auch das Schweigen über den feminicidio trägt zu dessen Verlängerung bei. Deshalb wird die Frauenorganisation Nuestras Hijas de Regreso a Casa ab Mai 2005 im Internet und hoffentlich in Kürze auf der Frequenz 107,9 MHz mit RadioFem unüberhörbar sein.
Mit dem Radioprojekt RadioFem – Rompiendo el Silencio (RadioFem – Wir brechen das Schweigen) wollen die engagierten Frauen von NHRC ihre Heimatstadt sozial unterstützen und zum Wiederaufbau des zerstörten sozialen Netzes beitragen. Die Sendungen aus der Gender-Perspektive sollen helfen, die traditionell machistische Gemeinde umzuerziehen. Die Frauen stehen hier im Mittelpunkt und es sollen unter historischen Gesichtspunkten die Situationen, die in die Entwicklung der Frau, des Feminismus etc. eingegriffen haben, angesprochen werden. Die unsichtbaren Strukturen des Machismo werden sichtbar gemacht und der Ort, der durch das Verschwinden und die systematische Ermordung von Frauen während mehr als zehn Jahren schwer getroffen wurde, durch Bildungsprogramme hinsichtlich der Rechte auch der Schwächeren sensibilisiert werden. RadioFem möchte auf unterhaltsame Weise Arbeits-, Menschen- und Bürgerrechte, Kultur, Wissenschaft und Politik präsentieren und mit Kommentaren, Informationen und Interviews Nachdenken wecken über die mögliche Einflussnahme der Gemeinschaft auf die wesentlichen Probleme von Juárez. Es strebt ein Programm der Nachbarschaftshilfe an, die die Möglichkeit bietet, sich mit den Menschen zu solidarisieren, die Hilfe benötigen. Neben diesen inhaltlichen Themen hat RadioFem den Anspruch, mit Musik die HörerInnen zu unterhalten und v. a. auch Jugendliche anzusprechen und ihnen einen großen Spielraum zu geben. Kinder und Jugendliche sind im Hinblick auf die Bildung einer neuen Generation, die gleichberechtigt den Respekt zwischen Männern und Frauen voranbringen kann, sehr wichtig und werden auch im Programm besonders berücksichtigt.
Für den Aufbau des Radioprogramms wird der Kontakt mit Institutionen, die sich beteiligen wollen, gesucht, und z. B. mit der Pädagogischen Hochschule, NGOs, die sich mit Alkoholismus, Jugendproblemen, Suchtproblemen, Arbeitsproblemen usw. beschäftigen, HistorikerInnen und anderen zusammen gearbeitet.
Noch warten die Radiomacherinnen auf die Sendeerlaubnis der SCT (Behörde für Kommunikation und Transport). Im Internet sind sie jedoch schon bald zu hören, um ihrem Ziel, nämlich ein anderes Ciudad Juárez zu schaffen, näher zu kommen. Und dazu brauchen sie Jede und Jeden, gestärkte und informierte Bürgerinnen und Bürger, die fähig und bereit sind, ihre Solidarität zu zeigen.
Das Interview führte Daniel Tapia
Rompiendo el Silencio – RadioFem auf UKW 107,9 MHz
Erschienen in: Info-Blatt 66 des Ökumenischen Büros
München
Juni 2005
Förderung durch das