Der nicaraguanische Wasserversorger ENACAL

Im August 1979 wurde als einheitlicher nicaraguanischer Wasserver- und Abwasserentsorger das Instituto Nicaragüense de Acueductos y Alcantarillados (INAA) gegründet. 1998 wurde INAA im Hinblick auf eine spätere Privatisierung des Wassersektors nach Aufgabengebieten aufgespalten. Als staatliche Betreibergesellschaft der technischen Anlagen fungiert seither die Empresa Nicaragüense de Acueductos y Alcantarillados (ENACAL, "http://www.enacal.com.ni"). Die Aufsichtsbehörde trägt weiterhin den Namen INAA (www.inaa.gob.ni). Mit der Comisión Nacional de Agua Potable y Alcantarillado Sanitario (CONAPAS) wurde zudem eine staatliche Stelle geschaffen, die für Strategie und Planung im Wassersektor verantwortlich ist.

In den Strukturanpassungsprogrammen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde Nicaragua die weitere regionale Zerteilung von ENACAL (ver- und entsorgt derzeit 181 Städte und Gemeinden mit 380.000 KundInnen) vorgeschrieben. Seit 2002 existieren zwei größere private Beteiligungen im Wassersektor. Die Empresa Aguadora de Matagalpa (AMAT) betreut 21.000 KundInnen im Department Matagalpa. Im Department Jinotega hat die Empresa Aguadora de Jinotega knapp 5.000 KundInnen. In beiden Fällen war die Wasserversorgung vorher mit Geldern der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) saniert worden. Die Übergabe des Managements an private Konsortien war als Bedingung an die KfW-Kredite geknüpft gewesen.

 

(we,cr)
„Der nicaraguanische Wasserversorger ENACAL“
Erschienen in: Info-Blatt 65  des Ökumenischen Büros
München
Dezember 2004

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