Mangelernährung in Nicaragua
MedizinerInnen unterscheiden zwischen zwei Arten von Mangel-/Unterernährung.
Bis vor kurzem ist in Nicaragua „nur“ der so genannte Marasmus aufgetreten, ein
Kalorienmangel, der zu schwerer Abmagerung des Körpers führt. Im Herbst 2002
alarmierte das World Food Program (WFP) der Vereinten Nationen die
Öffentlichkeit wegen verstärktem Auftreten von Kwashiorkor (dt.
„Mehlnährschaden“) in Nicaraguas Kaffeeanbaugebieten. Bei Kwashiorkor handelt
es sich um einen Proteinmangel, der zu Wassereinlagerungen am ganzen Körper
führt (Ödeme) und einfach durch Proteinzufuhr behandelt werden kann. Es war in
der Vergangenheit in Nicaragua vor allem deshalb „nur“ zu Marasmus gekommen,
weil die Ernährung der nicaraguanischen Unterschicht aus Bohnen, Reis und
Maistortillas besteht, und somit alle neun Aminosäuren (in geringen Maße)
liefert.
Im Gegensatz zum WFP zeigt sich das nicaraguanische Gesundheitsministerium
beruhigt. Kwashiorkor sei immer wieder mal aufgetreten und wieder verschwunden.
Das Problem komme einfach daher, „dass die Mütter nicht wissen, dass
Muttermilch das Beste für Babys ist und dass Kinder dreimal am Tag vollständige
Mahlzeiten zu sich nehmen sollten.“
(Wolfgang Ecker /Christian Rummel)
„Mangelernährung in Nicaragua“
Erschienen in: Info-Blatt 61 des Ökumenischen Büros
München
November 2003
Förderung durch das