Von den Mühen des Aufstiegs
Sie schienen zufrieden mit dem, was sie erreicht haben.
Jedenfalls muckte in den letzten Jahren kaum eine Frau aus der
bundesdeutschen Politik mehr auf, wenn es um Postenverteilung
ging. Bis nach den Wahlen am 27. September. Da sind sie gerade
noch rechtzeitig aufgewacht, um nicht ganz leer auszugehen.
Während in Deutschland weithin keine Frauenbewegung massiv die
weibliche Besetzung (offizieller) Politik fordert, setzen die
Feministinnen El Salvadors sich genau dies zum Ziel. Mercedes
Umaña von den ,Mujeres por la dignidad y la vida"
(Frauen für die Würde und das Leben), kurz ,Dignas" genannt,
erklärt warum.
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Ecuador: Putsch der Zivilgesellschaft?
Eine Revolte der »Zivilgesellschaft« - so die internationale
Presse und die Aufständischen selbst - hat im Januar die alte
Regierung in Ecuador gestürzt. Es war eine kurzzeitige, aber fast
vollständige Staatsbildung, die die »Zivilgesellschaft« dabei
vollzog: Zunächst bildete sie ein »Parlament des Volkes«, dann
eine »Regierung des Volkes« und schließlich integrierte sie auch
noch das Militär. Heraus kam dabei eine »Regierungsjunta der
nationalen Rettung«, die allerdings bereits nach sechs Stunden
wieder abgesetzt wurde. Die Militärs lenkten ein, der bisherige
Vize Gustavo Noboa wurde Präsident und die Aufständischen zogen
sich zurück.
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Libertäre Schimäre
Mit der Globalisierung der Ökonomie engt sich der
Handlungsspielraum nationalstaatlicher Politik ein. Es entsteht
Raum für alternative Akteure auf der politischen Bühne. Die
aufkeimende Hoffnung, über ein Netzwerk von
Nicht-Regierungsorganisationen ließe sich eine "internationale
ZivilgeselIschaft" und damit "wahre Demokratie" verwirklichen,
erweist sich jedoch als Wunschvorstellung linksliberaler
Theoretiker.
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Alois Möller über NRO, Basisbewegungen und Klientelismus
Während europäische Hilfswerke lange Zeit glaubten, mit der
Förderung von Nichtregierungsorganisationen (NRO) den Stein der
Weisen gefunden zu haben, nämlich eine sinnvolle und basisnahe
Kanalisierung der Hilfsgelder und eine Arbeit mit den
benachteiligten Bevölkerungsgruppen auf der Grundlage
emanzipatorischer Ansätze, sind in der letzten Zeit immer
deutlicher kritische Stimmen zu hören. Sowohl aus
Volksorganisationen als auch von NRO-MitarbeiterInnen werden
grundsätzliche Zweifel artikuliert, ob die wachsenden
NRO-Apparate tatsächlich (noch) in der Lage seien, die
Organisation und politische Artikulation von Basisorganisationen
zu unterstützen.
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Nein zu den NRO. aus einem Interview mit Wilson Campos
Im Dezember 1991 fand in Managua ein Treffen von 90
Bauernorganisationen aus Zentralamerika statt, an dessen Ende die
formelle Konstituierung des unabhängigen zentralamerikanischen
Bauernverbandes (ACOSODE) stand. Der Costaricaner Wilson Campos,
der frisch gekürte Koordinator des Verbandes, wandte sich in
seiner Abschlußrede heftig gegen die Praktiken der diversen NRO,
die lediglich den Spaltpilz in der Bauernbewegung verbreiten. In
einem Interview mit der nicaraguanischen Zeitschrift "Pensamiento
Propio" faßte er seine Thesen noch einmal zusammen.
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Plädoyer für eine Einmischung in den Politikbetrieb
Eine agile Linke gibts nicht mehr - dafür ist Lobbyarbeit voll im
Trend. In den bisherigen Debattenbeiträgen zur Lobbystrategie
("blätter" Nr. 201, 207, 208) wurde das Selbstverständnis von
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) kritisiert, die durch
Reformen zu grundlegenden Veränderungen kommen wollen. Am
Beispiel von Umwelt-, Menschenrechts- und entwicklungspolitischen
NGOs verteidigt Klaus Wardenbach den Ansatz, sich lieber mit
Entscheidungsträgern an einen Tisch zu setzen, als sich gar nicht zu bewegen.
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NRO als neues gesellschaftliches Phänomen
Änn-Err-Oh - was hat es eigentlich auf sich mit diesem Phänomen?
Sind sie der neue Stern am derzeit eher finsteren Firmament des
historischen Fortschritts? Oder sind sie nur eine kurz
aufleuchtende Sternschnuppe, rasch verglühend, eine ephemere
Erscheinung im letzten Drittel dieses Jahrhunderts? Die Rede ist
von den Nichtregierungsorganisationen (NRO - engl. Abkürzung:
NGO). Der folgende Beitrag betrachtet nicht nur die
"Entwicklungsförderungsorganisationen", d.h. die
entwicklungspolitischen NRO im Norden wie im Süden, sondern das
ganze Spektrum derartiger Organisationen, und betrachtet die
gesellschaftlichen Bedingungen, die für ihr Entstehen und ihre
gegenwärtige Entwicklung konstituierend sind.
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NGOs als Hoffnungsträger neuer Weltpolitik
Die Folgen von Globalisierung und neoliberaler Deregulierung
haben auch in der entwicklungspolitischen Szene das Bedürfnis
nach neuen Formen der Steuerung globaler Entwicklungen geweckt.
Dabei gelten insbesondere die Nichtregierungsorganisationen als
Hoffnungsträger einer »Weltzivilgesellschaft«, die
Globalisierungskrisen effektiver als die Nationalstaaten
bearbeiten und bewältigen kann. Den Vertretern von Global
Governance-Konzepten gelten NGOs per se als Garanten für mehr
Demokratie, Transparenz und Gerechtigkeit. Nach den bisherigen
Erfahrungen mit internationalen NGO-Netzwerken und wegen des
zugrunde liegenden funktionalistischen Verständnisses von
Zivilgesellschaft erscheint dies jedoch zweifelhaft.
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