Neuer Honduras Interview-Foto-Band

"Stimmen gegen den Ausverkauf" vermittelt auf 90 Seiten mit zahlreichen Interviews und Fotos eine hierzulande und in den großen Medien weitgehend unbekannte Sicht auf die aktuellen Geschehnisse in Honduras. Interviewpartner aus einem breiten Spektrum sozialer Bewegungen berichten vom seit 2009 andauernden zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die rigorose Ausbeutung des Landes, die Militarisierung und den Zusammenbruch von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

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ILA mit Honduras-Schwerpunkt erschienen

In den frühen achtziger Jahren war über Honduras in der ila relativ viel zu lesen. Damals hatte die US-Regierung unter Ronald Reagan das Land massiv militarisiert und zur Ausgangsbasis für ihren konterrevolutionären Krieg gegen die Revolution in Nicaragua und die FMLN in El Salvador gemacht. Von Honduras aus operierte die antisandinistische Contra und versuchte mit permanenten Terroranschlägen gegen die Zivilbevölkerung (die Strategen in Washington nannten das „Krieg niederer Intensität“) die NicaraguanerInnen müde und mürbe zu machen. Mit der Wahlniederlage der FSLN in Nicaragua 1990 endete der Contra-Krieg. Die honduranische Armee und Polizei wurde jedoch nie gesäubert und für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen. Im November 2005 wurde der Liberale Manuel Zelaya zum Präsidenten gewählt. Dem kleinen sozialliberalen Flügel der Partei angehörend, hatte er keine starke Hausmacht in der Machtelite. Er suchte den Dialog mit den sozialen Bewegungen und die Zusammenarbeit mit den linken Regierungen Lateinamerikas, vor allem der Venezuelas. Das wollte die honduranische Oligarchie und die US-Lateinamerikastrategen nicht hinnehmen ...

Inhalt und Editorial der ila Nr. 352

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Wir suchen Journalist_innen für einen Aufenthalt in Honduras

JournalistInnen arbeiten drei Monate bei kritischen Printmedien, Radios und TV-Stationen in Honduras – auf dem Land und in der Stadt. Gemeinsam mit ihren honduranischen KollegInnen informieren sie über Straflosigkeit, Landvertreibungen und politische Morde. In Audio- und Filmbeiträgen, Reportagen und Interviews berichten sie über die Situation von Basisorganisationen und Menschenrechts-verteidigerInnen, indigenen Gemeinden sowie über politische Kunst und Kultur. Sie unterstützen die mediale Arbeit der kritischen Medien in Honduras und klären die deutsche (bzw. europäische) Öffentlichkeit auf. weiterlesen 

Flyer als pdf


Honduras-Broschüre erschienen!

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Die Broschüre "Wir waren unsichtbar - Honduras nach dem Putsch. Perspektiven der Widerstandsbewegung." ist erschienen. Sie ist eine Gemeinschaftsproduktion der Lateinamerikanachrichten mit der Hondurasdelegation 2010. Bestellt werden kann die Broschüre bei elsal [at] oeku-buero.de für 2 € pro Broschüre + Versandkosten.

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Honduras: Eine Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte und der Demokratiebewegung nach dem Putsch

 

Honduras wurde im vergangenen Jahr durch einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya erschüttert. In den Monaten nach dem Putsch kam es zu gravierenden und systematischen Menschenrechtsverletzungen gegen die honduranische Bevölkerung durch Polizei und Militär. Ein Bericht des UN-Menschenrechtskommissariats spricht von mindestens 19 Ermordungen, u.a. durch Schüsse mit scharfer Munition während Demonstrationen und gezielte Hinrichtungen¹. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation FIAN International wurden die Monate nach dem Putsch über 1275 Personen im Zuge der Proteste eingesperrt. Zahlreiche Verhaftete berichteten von Misshandlung und Folter in den Gefängnissen. Honduranische Menschenrechtsorganisationen dokumentieren des Weiteren die massive Militarisierung des Landes, Gewalt gegen Frauen und weitere Verstöße gegen die Menschenrechte.

Über ein Jahr nach dem Coup d'État ist weder die demokratische Grundordnung wieder hergestellt, noch sind die Verbrechen gegen die Bevölkerung in Honduras auch nur annähernd aufgeklärt worden. Im Gegenteil: Die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nennt die Zahl von mindestens acht Journalisten und zehn Angehörigen der Opposition, die im ersten halben Jahr der illegitimen Präsidentschaft Lobos ermordet wurden2. Eine Aufklärung der Morde findet nicht statt. Human Rights Watch konstatiert ein allgemeines Klima der Einschüchterung durch Morde und Morddrohungen gegen JournalistInnen, RichterInnen, GewerkschafterInnen, AnwältInnen, organisierte KleinbäuerInnen und deren Angehörige.

VertreterInnen zahlreicher Organisationen in Honduras betonen auch über ein Jahr nach dem Putsch die Bedeutung internationaler Öffentlichkeit für ihre Sicherheit und für die Aufklärung der Verbrechen.

Trotz der Repression trugen AktivistInnen der Demokratiebewegung über 1,25 Millionen Unterschriften zur Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung zusammen, die bis zum Nationalfeiertag am 15. September abgegeben wurden. Sie verliehen damit ihrer Forderung nach einer politischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Demokratisierung des Landes Nachdruck.

Ziel der vom 6. bis 20. Dezember stattfindenden Delegationsreise nach Honduras ist es, sich vor Ort über die aktuelle Lage der Menschenrechte zu informieren, die Forderungen der Demokratiebewegung zu erfassen und ihre Situation durch internationale Öffentlichkeitsarbeit in Europa publik zu machen.

Ein weiteres Ziel der Delegation ist es, sich über die Positionen und die Rolle europäischer Institutionen in Honduras zu informieren.

Dazu sollen Menschenrechtsorganisationen, VertreterInnen der Demokratiebewegung sowie nationale und internationale offizielle Stellen besucht und über ihre Haltung zur aktuellen politischen Situation befragt werden.

Die gesammelten Informationen werden in unterschiedlichen Medienformaten aufbereitet und im deutsch- und spanischsprachigen Raum veröffentlicht: Geplant sind ein live-Blog, die Herausgabe einer Broschüre sowie Radio-, Internet- und Zeitungsbeiträge. Über eine Fotoausstellung, öffentliche Veranstaltungen und Seminare soll die Wahrnehmbarkeit des Themas Honduras erhöht werden.

Notwendige Forderungen nach Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Demokratie und Menschenrechte in Honduras werden formuliert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Delegation setzt sich aus insgesamt zehn Freien JournalistInnen, VertreterInnen unabhängiger Nichtregierungsorganisationen und Initiativen in Deutschland und Österreich zusammen, die ihre Kompetenzen in diesem Projekt vereinen.

 

http://www2.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/docs/13session/A-HRC-13-66_sp.pdf

2 http://www.hrw.org/en/news/2010/07/29/honduras-ongoing-attacks-foster-climate-intimidation

 

 

Berichterstattung der Delegation im Blog:

http://www.hondurasdelegation.blogspot.com/

 

VERANSTALTER*INNEN

Deutschland

  • Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.

  • Förderverein Oscar-Romero-Haus e.V.

Österreich

  • IGLA Informationsgruppe Lateinamerika Österreich

 

 

KOOPERATIONSPARTNER*INNEN

Deutschland

  • FIAN Internationales Sekretariat

  • Rosa Luxemburg Stiftung

  • MdB Heike Hänsel (Die Linke)

  • CIR – Christliche Initiative Romero e.V.

  • ila – Informationsstelle Lateinamerika e.V.

  • Portal amerika21.de

  • CASA-Guatemala-Kogruppe

  • ZAPAPRES e.V. Mexiko-Nachrichten-Import

  • Guatemala Komitee Berlin

  • Flüchtlingshilfe Mittelamerika

Österreich

  • ÖBV – Vía Campesina Österreich

  • FIAN Österreich

  • GBW – Grüne Bildungswerkstatt Wien

  • Internationaler Versöhnungsbund Österreich

  • Frauensolidarität Österreich

  • Guatemala Solidarität Österreich

  • Basisgruppe Internationale Entwicklung

  • Agrar-Attac Österreich

  • SoL – Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil

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Nichtregierungsorganisationen fordern in Berlin, die neue de facto Regierung nicht anzuerkennen

Bundesregierung soll sich für die Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen in Honduras einsetzen


Berlin, 26.1.: Deutsche Nichtregierungsorganisationen und Solidaritätsgruppen haben heute bei einer Kundgebung vor dem Auswärtigen Amt in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, sich eindeutig für Menschenrechte und Demokratie in Honduras einzusetzen.

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